Agenda 6/16

Am 10.02.2016 von Haruki

The Next Next – die DLD Conference 2016

Was wird als nächstes unsere Welt verändern? Welche Technologie, welcher Trend, welche Innovation? Über diese Frage diskutierten Wissenschaftler, Technologen, Gründer und Investoren in zahlreichen Vorträgen, Interviews und Gesprächsrunden auf der Digital-Life-Design (DLD) Conference. „The Next Next“ war das diesjährige Motto der Konferenz, die vom 17. bis 19. Januar in München stattfand. Traditionell ist die DLD hochkarätig besetzt – zahlreiche Speaker und Teilnehmer ziehen danach direkt weiter zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. So gab es viele interessante und inspirierende Talks zu verfolgen. Eine gute Zusammenfassung der Konferenz lieferte beispielsweise die Süddeutsche Zeitung.

 

Die diesjährige Konferenz wurde aber auch als Déjà-vu zu den vergangenen Jahren kritisiert, weil sich einige Themen wiederholten – wie zum Beispiel die vermeintliche Rückständigkeit Europas in der Digital Economy gegenüber den USA. Doch ist diese Kritik gerechtfertigt? Dass die wirtschaftspolitische Seite der Digital Economy auch diese Jahr wieder heiß diskutiert wurde bedeutet doch nur, dass die Debatte nach wie vor hochaktuell ist und eben noch keine politischen Lösungen für den Umgang mit den gegensätzlichen Haltungen zu Datenschutz und Marktmacht gefunden wurden. Nicht umsonst wird die DLD Conference als Seismograph für den Stand der digitalen Debatte bezeichnet.

 

Neben spannenden wirtschaftlichen und politischen Diskursen gab es aber wie jedes Jahr, auch viele Vorträge von Visionären und Forschern, die aufregende Bilder der Zukunft zeichneten. Unsere drei Favoriten sind die folgenden Talks:

 

In dem Gespräch zwischen Netflix-Gründer Reed Hastings und ZDF-Moderator Claus Kleber ging es nicht nur um das globale Internet-TV-Netzwerk und seine Herausforderungen, sondern auch um Reeds eigentliche Leidenschaft, die Künstliche Intelligenz.

 

 

Noch spezifischer behandelte Jürgen Schmidhuber, Co-Direktor des Schweizer Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz IDSIA, dieses spannende Thema. Er sprach in seinem Vortrag über die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz, ihren aktuellen Stand und wie sie in Zukunft unser Arbeitsleben, die Wirtschaft und unsere Infrastruktur und den Verkehr beeinflussen wird.

 

 

Der amerikanische Professor und Wirtschaftsweise Jeremy Rifkin referierte allgemein über die digitale Revolution in der Wirtschaftswelt, die er als dritte industrielle Revolution bezeichnet. Er stellte außerdem die These auf, dass die Kosten bei Massenproduktion im digitalen Zeitalter gegen null tendieren und daraus eine neue Wirtschaftsordnung entstehen würde.

 

 

Alle Videos der Konferenz gibt es hier zu sehen.

 

Es wird immer wieder klar, dass wir bezüglich der digitalen Revolution noch am Anfang stehen und dass das “Next Next” schwer zu erfassen ist. Klar ist aber auch, dass wir uns alle der Veränderung stellen müssen um die Chancen, die entstehen zu nutzen. Und wir stellen auch immer wieder fest, dass viel immanentes digitales Wissen in Unternehmen bereits vorhanden ist. Es geht momentan hauptsächlich darum, dieses Wissen, was häufig an unterschiedlichen Stellen vorhanden ist, im Sinne der digitalen Strategie miteinander zu verknüpfen. Dafür müssen Abteilungsbarrieren eingerissen werden, denn wenn Unternehmen selbst auferlegte Restriktionen bzw. Reliquien nicht selbst abschaffen, laufen sie Gefahr vom Markt abgeschafft zu werden. Auch wenn wir noch am Anfang stehen, sollte die digitale Transformation auf der Tagesagenda der Unternehmen stehen und nicht auf der Agenda 2020 geparkt sein – diese Parkgebühr könnte für viele Unternehmen zu hoch ausfallen.

 

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