Agenda 3/16

Am 22.01.2016 von Haruki

CES 2016: Technologien auf der Suche nach dem passenden Anwendungskontext

Im Januar fand die jährliche Consumer Electronic Show CES in Las Vegas statt, die weltweit größte Fachmesse für Unterhaltungselektronik. Die CES findet in verschiedenen Hotels und Kongresszentren statt und zieht jedes Jahr rund 150.000 Besucher und über 3.000 Aussteller an. Von selbstfahrenden Autos, über Virtual und Augmented Reality, Drohnen, Smart Home Tech, Wearables bis hin zu TVs, PCs und Smartphones waren aus jeder Kategorie zahlreiche Neuheiten vertreten. Einen umfassenden Blick auf die Messe bietet CNET.

 

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Quelle: www.flickr.com, Photographer: Joe Swallia

 

Seit der ersten CES 1967 wurden dort viele grundlegende Produktneuheiten der Weltöffentlichkeit präsentiert, wie etwa der HDTV (High Definition Television) oder die Blu-ray Technologie. Dementsprechend hohe Erwartungen werden jedes Jahr an die Fachmesse geknüpft. Da sich aber der technische Fortschritt und auch die Entwicklungszeit seit 1967 um ein mehrfaches gesteigert hat, ist es nicht verwunderlich, dass die auf der CES präsentierten Produkte nur noch selten als völlige Weltneuheit bezeichnet werden können. Trotzdem gab es viel Neues zu sehen: Obwohl die Grundideen der meisten Produkte die gleichen blieben – ihre Umsetzungen wurden durchgehend verbessert, verfeinert oder veredelt. Sei es durch neue Features, Materialien, Designs oder höhere Usability.

 

Tatsache ist auch, dass nicht jede Neuheit sofort die Welt verändert. Bekanntermaßen braucht es eine gewisse Zeit, bis neuartige Produkte ihren Weg von den Early Adoptern in den Alltag der breiten Masse finden und Vorgängerprodukte substituieren. Kaum einer ersetzte seinen alten Fernseher nach der CES 1998 sofort durch ein HDTV-Gerät oder schmiss 2004 alle DVDs mitsamt dem DVD-Player in den Mülleimer und stieg umgehend auf Blu-ray um. Dementsprechend kann die CES als ein Fenster in die Zukunft gesehen werden. Die Produkte, die die Hersteller dort präsentieren, etablieren sich langsam: Es bedarf Weiterentwicklungen, Preissenkungen und vor allem Gewohnheitsänderungen und Akzeptanz der Konsumenten, bis die Produkte früher oder später von der Zukunftsvision zur Normalität werden. Ein Beispiel hierfür ist der Chevy Bolt: Das Elektroauto von Chevrolet ist ein voll elektronischer Kleinwagen, dessen Batterieleistung ca. 320 km lang reicht und mit einem Preis unter 30.000 Dollar für die breite Masse erschwinglich ist. Auch werden die Systeme, die selbstfahrende Autos ermöglichen immer zuverlässiger, preiswerter und serientauglicher. Diese Entwicklung zeigt, dass das Thema Mobilität sich immer weiter und immer schneller verändern wird und der Durchbruch der Elektromobilität nicht mehr allzu fern sein kann.

 

Die diesjährige CES macht erkennbar, dass sich bestimmte Produktkategorien bereits seit einiger Zeit nicht mehr komplett überholen, aber sich eben weiterentwickelt haben und sich dadurch auch immer mehr in Richtung tatsächliche Kaufoption in den Köpfen der Menschen bewegen. Und mit den neuen, technischen Möglichkeiten, die im Alltag zum Einsatz kommen, gehen auch Verhaltensänderungen einher, die wiederum die technische Entwicklung vorantreiben. So ist die CES heute nicht mehr unbedingt als Messe für Produkte zu sehen, sondern vielmehr als Inspirationsfeld für das, was in naher Zukunft möglich sein wird. Und es geht gar nicht mehr so sehr um die Technologie allein, sondern vielmehr um die Anwendungsgebiete, in denen sie zum Einsatz kommt. Sprich: während früher die Technologie begeistert hat, geht es heute darum, welche neuen Services, Produkte und Anwendungskontexte dadurch entwickelt werden können.

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