Agenda 41/15

Am 07.10.2015 von Haruki

Wissensmanagement über Community Tools

Viele Unternehmen, vor allem große, bei denen Geschäftsprozesse komplexer werden, tun sich oftmals schwer damit, internes Wissen im Unternehmen verfügbar zu machen, weiterzugeben und Kompetenzen zu vernetzen. Vor allem für die Innovationsfähigkeit ist das interne Vernetzen aber besonders wichtig: neue Ideen entstehen häufig im Austausch von interdisziplinären Gruppen und Mitarbeitern. Mehrere zusammen sind eben schlauer als einer. Viele wertvolle Erkenntnisse, Erfahrungen und Prozesse von Einzelnen gehen aber häufig in den Weiten des Unternehmens verloren oder bleiben ganz unentdeckt in den Köpfen verborgen. Da in großen Unternehmen mit hunderten oder gar tausenden Mitarbeitern das Zusammentreffen und der Austausch von Einzelnen oder auch Gruppen und Abteilungen so schwer zu organisieren ist, geschieht dies immer häufiger über interne Online-Tools.

 

Dazu gibt es einige externe Lösungen wie Yammer, Microsoft Sharepoint Server oder Jive, viele Unternehmen lassen sich aber auch eigene interne Tools entwickeln. BASF beispielsweise hat ein eigenes Social Intranet namens „connect.BASF“, das wie eine Art konzerninternes Facebook funktioniert und das Vernetzen, die Wissensweitergabe und die Kollaboration unterstützen soll. In unzähligen fachspezifischen, teils moderierten, teils freien Gruppen und Communities stehen so die Beschäftigten aus der ganzen Welt in Kontakt, tauschen sich über ihre Erfahrungen aus, geben sich Literaturempfehlungen oder diskutieren neue Trends.

 

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Quelle: www.flickr.com, Photographer: Fernando

 

Es geht aber bei Wissensmanagement nicht nur um die Weitergabe von Kompetenz, sondern um die Möglichkeit Wissen zu teilen und zu vernetzten, um so neues Wissen entstehen zu lassen. Dadurch wächst das intellektuelle Kapital eines Unternehmens. Durch ein internes Wissensmanagementtool kann aber nicht nur das bereits vorhandene Wissen gebündelt und weitergegeben werden, es wird unter Umständen auch deutlich, welches Wissen im Unternehmen fehlt und welche Kompetenzen folglich aufgebaut werden müssen.

 

Damit solche Tools von Wert sind, müssen sie allerdings gepflegt, moderiert und aktuell gehalten werden – es dürfen keine Datenfriedhöfe entstehen. Das Wissen muss leicht auffindbar sein, beispielsweise durch intelligente Schlüsselwörter, und offensichtlich umrelevante Themen sollten gelöscht und veraltetes Wissen aktualisiert werden. Nur wenn das Tool einen einfachen und informellen Wissensaustausch ermöglicht, nutzen es die Mitarbeiter auch. Für bestimmte Themen, vor allem dann, wenn sehr viele Mitarbeiter daran beteiligt sind und ihr Wissen beisteuern, kann eine Moderation sehr hilfreich sein, die beispielsweise die kollektive Lösung eines Problems ergebnisoffen aber gleichzeitig zielorientiert moderiert.

 

Natürlich ersetzt ein Wissensmanagement-Tool das persönliches Zusammentreffen in vielen Fällen nicht, aber solche Tools können es erleichtern, die richtigen Leute zusammenzuführen. Denn sie machen es den Mitarbeitern leicht, sich aktiv nach innen zu vernetzen und nicht nur virtuell sondern bei Bedarf auch persönlich miteinander zu sprechen. So helfen sie nicht nur den einzelnen Mitarbeiter kompetenter, sondern das Unternehmen insgesamt intelligenter zu machen. Zeitintensive Projektmeetings, die der reinen Informationsvermittlung dienen, können eingespart werden, da alle Beteiligten über das Online-Tool stets den aktuellen Stand selbst einsehen können.

 

Damit solche Tools allerdings ihren vollen Wert entfalten können, bedarf es der richtigen Kultur im Unternehmen, einer Kultur des Wissensaustausches. Diese entsteht nicht einfach mit der Einführung solcher Programme. Sie muss aktiv von der Führungsebene vorgelebt werden, die Mitarbeiter müssen motiviert und angeregt werden, sich am Wissensaustausch zu beteiligen und jeder konstruktive Beitrag muss Wertschätzung erhalten.

 

Letztlich müssen natürlich auch die Potentiale außerhalb des Unternehmens aktiv genutzt werden, es muss gleichermaßen mitarbeiter-, kundenorientiert und stakeholderorientiert gedacht und gehandelt werden, denn in allen drei Bereichen können Unternehmen große Wissensressourcen ausschöpfen.

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