Agenda 37/15

Am 08.09.2015 von Haruki

SM!IGHT – eine Straßenleuchte als Infrastruktur für smarte Städte

Kommende Woche startet die diesjährige Internationale Automobilausstellung IAA. Schon längst werden dort nicht mehr nur Verkehrsmittel präsentiert, sondern allerhand Neuheiten rund um das Thema Mobilität. EnBW wird dieses Jahr beispielsweise die Straßenlaterne SM!IGHT vorstellen. SM!IGHT steht für Smart City Light und der Name lässt bereits erahnen, dass Licht spenden, natürlich mit energiesparenden LED-Lampen, nur einen kleinen Teil der Fähigkeiten der Laterne umfasst.

 

Quelle: http://smight.com/

 

Ausgestattet mit verschiedenen Übertragungstechniken und Sensoren soll SM!IGHT Teil der elektronischen Infrastruktur entlang von Verkehrswegen in Städten werden und so zur Vernetzung und Digitalisierung der Städte beitragen können. Beispielsweise kann die Laterne als Ladestation für Elektroautos und E-Bikes dienen. Außerdem ist in jeder Laterne ein WLAN-Hotspot integriert, in das sich alle Devices aus der unmittelbaren Umgebung einloggen können. Über Sensortechnik soll SM!IGHT außerdem Lärm, Feinstaub, Helligkeit, Luftdruck und –feuchtigkeit sowie die Außentemperatur messen können. All diese Daten werden aufgezeichnet und lassen sich automatisch über das Internet versenden oder direkt auf dem Display anzeigen. Die Umweltdatenerfassung der Städte kann so enorm vereinfacht werden. Auch für mehr Sicherheit kann die Laterne sorgen, denn in jeder ist eine Notruffunktion integriert, mit der direkt Kontakt zur Notrufzentrale aufgenommen werden kann. Wird ein Notruf ausgelöst, leuchtet an der Laternenspitze zusätzlich ein SOS-Signal, das es Helfern erleichtert, die Unfallstelle zu finden.

 

Bildschirmfoto 2015-09-08 um 14.12.24

Quelle: http://smight.com/

 

EnBW sieht in Zukunft auch ein großes Potential der Laterne als Infrastruktur für autonomes Fahren. Denn in den Laternenmasten lässt sich auch die dafür notwendige Technik verbauen, wie zum Beispiel Sensoren für selbständiges Einparken von Autos, Smartphone-Tracking oder Verkehrszählung. Auch in der Energieversorgung der Laterne sind noch Weiterentwicklungen denkbar. Derzeit soll sie noch ans Stromnetz angeschlossen werden, doch vorstellbar ist, dass sie sich künftig selbst mit Solarenergie versorgt.

 

In mehreren Pilotprojekten in Deutschland wird die smarte Straßenleuchte bereits getestet. Bis sich die Technologie flächendeckend durchsetzt, wird es aber wohl noch einige Zeit dauern, auch weil die Kosten für die Laterne die einer herkömmlichen natürlich weit übersteigen. Doch ohne Zweifel ist SM!IGHT ein vielversprechendes Konzept: Straßenlaternen, die bisher nur passive Lichtspender waren und ohnehin in einer Vielzahl in allen Städten vorhanden sind, mit smarter, multifunktionaler Technik auszustatten, ist ein logsicher Schritt in Richtung Smart City.

 

SM!IGHT ist auch ein schönes Beispiel dafür, dass die fortschreitende Entwicklung der Digitalisierung und die Entwicklung der Infrastruktur einander bedingt. Sicherlich werden bald schon weitere Nutzer-Konzepte entwickelt, die diese Infrastruktur nutzen und im nächsten Schritt wird sich die Infrastruktur weiterentwickeln, da neue Nutzer-Konzepte noch mehr Infrastruktur benötigen. So werden auch die Entwicklungen im Smart-Home und Smart-Office Bereich die Infrastruktur der Städte und Wohngebiete pushen und weitere Möglichkeiten freisetzen.

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