Agenda 35/15

Am 24.08.2015 von Haruki

Neue Fahrzeugkategorie in der Planung: das Personal Light Electric Vehicle

Viele Unternehmen, Startups wie Konzerne, beschäftigen sich mit der Frage, wie die sogenannte „letzte Meile“, also beispielsweise der Weg vom eigenen oder vom Carsharing-Auto oder von der S-Bahnstation bis zum endgültigen Zielort zurückgelegt werden kann. Viele halten dafür das Konzept eines klappbaren, elektrischen Rollers für die beste Lösung. Der solarbetriebene eFloater von Floatiliy oder die Modelle von Scuddy und die von Egret, die über eine wiederaufladbare Batterie laufen, sind nur einige Beispiele junger Unternehmen, die sich das Thema zur Aufgabe gemacht haben. Aber auch die großen Autohersteller springen auf den Zug auf und arbeiten an Konzepten für faltbare Elektro-Roller die sich in den Kofferräumen ihrer Autos verstauen lassen, wie z.B. VW und MINI.

 

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Quelle: http://on.fb.me/1TME4RW

 

In der Tat ist die Idee, die “letzte Meile” mit kompakten Elektro-Rollern zu bewältigen vielversprechend, denn sie sind schnell, umweltschonend, mobil und einfach zu bedienen. Das einzige Problem, das der breiten Nutzung bisher im Wege stand, ist die Zulassung. Bisher sind kleine Elektro-Roller auf europäischen Straßen offiziell nicht genehmigt, da es keine Fahrzeugklasse gibt, in die sie sich einordnen lassen, was z.B. für die Versicherung nötig ist. Das soll sich nun ändern. Der Gründer des Hamburger Unternehmens Walberg Urban Electics, Florian Walberg, stieß 2012 die Gründung einer EU-Arbeitsgruppe in Brüssel an: Sie hat das Ziel, einen EU-weit geltenden technischen Standard für eine neue Fahrzeugklasse zu entwickeln, in die der klappbare Elektro-Roller eingestuft werden kann, das Personal Light Electric Vehicle, kurz Plev. Neben Walberg sitzen in der Arbeitsgruppe unter anderem Vertreter von Honda, Toyota, Segway und Decathlon. Mittlerweile ist die Definition eines technischen Standards für Plevs kurz vor dem Abschluss. Wenn das technische Komitee der EU den Standard bewilligt, die EU-Mitgliedsstaaten ihre Kommentierungen abgegeben und die jeweiligen Regulierungen für den Straßenverkehr festgelegt haben, könnten die Plevs bereits 2016 auf europäischen Straßen offiziell zum Einsatz kommen.

 

Spätestens dann können wir auch damit rechnen, dass noch mehr Unternehmen auf den Trend aufspringen werden, denn mit der Festlegung eines Standards und der Definition einer eigenen Fahrzeugkategorie wird Akzeptanz und Legitimation geschaffen. Das wirkt sich natürlich auf die Nachfrage aus. Ähnliches war zu beobachten als z.B. innerhalb der Fahrzeugklasse PKW die Unterkategorie SUV (Sport Utility Vehicle) prominent wurde und sich zum Trend entwickelte. Heute kann sich keiner der großen Autohersteller mehr erlauben, auf diese Fahrzeugklasse zu verzichten. Es bleibt also spannend, wie sich das Feld der Plevs entwickeln wird und welche etablierten und neuen Anbieter, sei es als Verkäufer oder Sharing-Anbieter, in den Markt eintreten werden.

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