Agenda 33/15

Am 11.08.2015 von Haruki

Apple erwägt Pläne ins Mobilfunkgeschäft einzusteigen

Wie der Wirtschaftsblog , erwägt Apple konkrete Schritte ins Mobilfunkgeschäft einzusteigen – als sogenannter Mobile Virtual Network Operator (MVNO). Ein MVNO ist ein virtueller Netzbetreiber, der auf die Netzinfrastruktur etablierter Mobilfunkanbieter zurückgreift und deren freie Kapazitäten mietet, um sie dann direkt an Endkunden weiterzuverkaufen. Solche Geschäftsmodelle sind in Deutschland beispielsweise durch Tchibo oder Aldi bekannt geworden.

Wie der Wirtschaftsblog „Business Insider“ berichtet, erwägt Apple konkrete Schritte ins Mobilfunkgeschäft einzusteigen – als sogenannter Mobile Virtual Network Operator (MVNO). Ein MVNO ist ein virtueller Netzbetreiber, der auf die Netzinfrastruktur etablierter Mobilfunkanbieter zurückgreift und deren freie Kapazitäten mietet, um sie dann direkt an Endkunden weiterzuverkaufen. Solche Geschäftsmodelle sind in Deutschland beispielsweise durch Tchibo oder Aldi bekannt geworden.

 

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Quelle: www.filckr.com, Photographer: Andy

 

Apple knüpft bereits Kontakte zu Netzbetreibern in den USA und in Europa. Schon 2006 hatte Apple ein entsprechendes Patent für einen solchen Service angemeldet. Für den Fall, dass das Konzept nun zur Umsetzung gebracht wird, würden Apple’s Mobilfunkkunden die Kosten für Anrufe, Nachrichten und Downloads nicht mehr an einen Mobilfunkanbieter bezahlen, sondern direkt an Apple. Die berechtigte Frage lautet: Warum sollten sich Mobilfunkkunden – außer aus einem Markenfetisch heraus – darauf einlassen? Nun, der Vorteil für den Apple Kunden besteht darin, dass Apple dafür zwischen verschiedenen Netzbetreibern wechseln kann, je nachdem wer gerade den besten Empfang und das günstigste Angebot liefern kann. Wer jetzt aber schon an die Kündigung seines Vertrages denkt, kann sich damit noch getrost ein wenig Zeit lassen: Selbst wenn die Entscheidung für Apple’s Vorhaben zeitnah fällt, könnte das nach der Einschätzung von Business Insidern wohl frühestens in fünf Jahren umgesetzt und angeboten werden.

 

Dass Apple es damit dennoch ernst meint, dafür spricht eine weitere Neuigkeit des Unternehmens: die geplante Einführung einer eigenen Mobilbox namens iCloud Voicemail. Die iCloud Voicemail soll mit Hilfe des Sprachassistenten Siri Anrufe annehmen und Sprachnachrichten direkt in Textnachrichten transkribieren. Momentan werden Mobilbox-Nachrichten auf den Servern der Mobilfunkanbieter gespeichert und der Kunde kann sie dort entsprechend abhören. Sollte Apple tatsächlich zum Mobilfunkanbieter werden, wäre iCloud Voicemail eine Alternative zu etablierten Mobilbox-Services, die dann über proprietäre Apple Server abgewickelt wird. Apple hat schon immer geschlossene Systeme bevorzugt, die das Schnittstellen- und Service Design ganz in der Hand des Konzerns aus Cupertino belassen. Bereits im vergangenen Jahr hat Apple die Apple SIM eingeführt, mit der Nutzer den Mobilfunkbetreiber einfach über das Betriebssystem wechseln können. Vor kurzem wurde außerdem bekannt, dass Apple zusammen mit Samsung an der Entwicklung einer eSIM arbeitet, die ebenfalls die Bindung an einen Betreiber über die SIM-Karte auflöst (mehr dazu auch in unserem Blogeintrag vom 22. Juli 2015).

 

Die iCloud Voicemail und die Apple SIM bzw. eSIM, könnten für Apple wegbereitende Technologien sein, die einen Eintritt in den Mobilfunkmarkt ankündigen. Wenn man bedenkt, dass Apple seinen Usern schon jetzt ein Ökosystem bietet, dass ihr gesamtes digitales Leben durchdringt – vom iPhone, dem MacBook oder iPad, der Apple Watch, Apple Pay über Apple TV, Apple Home Kit bis hin zum Apple Carplay, wäre der Einstieg ins Mobilfunkgeschäft nur ein konsequenter und logischer Schritt, der eine Lücke schließt. Für die Netzbetreiber als Infrastrukturgeber würde das bedeuten, dass sie ihre eigenen Geschäftsmodelle und Angebote überdenken müssen: vor allem in Richtung Endkunde.

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