Agenda 31/15

Am 28.07.2015 von Haruki

Digital Fashion: Wird Mode zunehmend zu einem Technologiethema?

Wie sieht die Zukunft des Modehandels aus? Seit dem Erfolg des Branchenprimus Zalando wird die Diskussion darüber, wo und wie Mode gekauft wird und wie sich Mode als Erlebnis inszenieren lässt auch technologiebezogen geführt. Die Digitalisierung hat die Modebranche erreicht – im physischen und im Online-Retail, auch wenn eine neue Studie der GfK dem Hype um das Thema eCommerce ein wenig die Wind aus den Segeln nehmen will.

 

Das Event „Future of Fashion-Tech” gibt einen Vorgeschmack darauf, mit welchen Innovationen Modeunternehmen, die Gunst der Modekäufer für sich gewinnen wollen. Im Fokus steht die Suche nach Einkaufserlebnissen der Zukunft in Verbindung mit den beiden Themen „Virtual Reality“ und „Mobile Shopping“.

 

Das StartUp Trillenium verfolgt die Vision eines virtuellen Showrooms, der Usern das Einkaufserlebnis im Store direkt nach Hause bringen will. Die Umsetzung mutet noch etwas futuristisch an, wenn man das Bild der jungen Dame betrachtet, deren Blick mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille über virtuelle Regale streift. Funktional ist das System aber bereits: In einer Demo-Anwendung können Nutzer einen virtuellen, dreidimensionalen Schuhladen durchstöbern und dort virtuell auf Shoppingtour gehen. Begleitet werden sie dabei von einem digitalen Fashion-Berater, der sie über die Beliebtheit einzelner Artikel informiert. Wer keine Lust darauf hat von einem Bot begleitet zu werden, dem erlaubt die VR-Anwendung auch, eigene Freunde mit in den Laden zu bringen. Genau wie beim Shopping in der physischen, sollen auch in der virtuellen Entsprechung soziale Dynamiken wirken können. Wer sich jetzt dazu verleiten lässt, solche Konzepte als “Zukunftsmusik” oder praxisuntauglich abzutun, geht einen gefährlichen Weg. Denn wenn wir verstehen wollen, welche sozialen und psychischen Dynamiken im technisierten Handel der Zukunft wirken und wie sie sich nutzbringend einsetzen lassen, brauchen wir solche Laborversuche. Deren aktuelle Marktfähigkeit steht hier nicht so sehr im Fokus wie ein Management der Lernkurve als Unternehmen insgesamt. Wer nichts versucht, lernt auch nichts. Wer nicht dazulernt, wir sich in Zukunft schwer damit tun, mit Markt und technologischem Fortschritt mitzuhalten. Technologie lässt sich kaufen. Eine Verankerung des Wissen um deren sinnvolle Anwendbarkeit im Unternehmen nicht.

 

https://www.flickr.com/photos/sergesegal/10166365646/in/photolist-g96PLZ-myajoY-gunhjj-eQMYhy-eQMVC3-guoHCn-j5Zfue-gCkH6D-gCkb23-oMtEUq-oTnW2d-pH5gkw-sAsrRX-qMnvPF-eTQKzb-kAwxBB-owoyeG-nhATwx-ow9aLT-f6EQto-jWHN96-owqiaH-j62gS9-rRPUgr-hyu3Pz-oW1YiM-e99ZvB-jeNzHx-rf5hWf-fjsVeP-mMHz1k-ncdwmz-kAxLYU-kAyJK3-kAyrCN-rQ33GM-ntq2xS-m9ky3f-kAw1Cn-kAyyib-kAwuPT-kAw8bT-faMzkL-kAwg1k-kAwkd6-kAxXjd-kAvHyc-kAy1Hh-kAyiYj-kAvM5F

Quelle: www.filckr.com, Photographer: Sergey Galyonkin

 

Gut, zurück zu einer greifbareren Version der Gegenwart. Das Einkaufen mit dem Smartphone entwickelt sich derzeit zu einem neuen Standard. Begleitet wird diese Entwicklung von der Entstehung neuer Verhaltensmuster, die in neue Navigationslogiken übersetzt werden. Ein Beispiel dafür ist die beliebte Swipe-Bewegung, wie sie Tinder etabliert hat, die nun auch Einzug in Mode-Onlinestores finden sollen. Nach dem Hot-or-Not Prinzip können Kunden unterstützt durch Algorithmen passende Kleidungsstücke für sich entdecken. Der Algorithmus zeichnet das eigene Bewertungsverhalten auf, um entlang getroffener Entscheidungen und Bewertungen das Angebot kontinuierlich weiter zu personalisieren und zu optimieren. Das ist nicht nur für den Verkauf wertvoll, sondern auch für die Kollektionsgestaltung und Sortimentsplanung. Ein “Match” zwischen Angebot und Nachfrage führt den Nutzer direkt an die digitaler Kasse. Die Technologie soll dabei helfen, Nutzer an die Durchführung von Bezahlprozessen auf mobilen Endgeräten zu gewöhnen und den m-Commerce als Alternative zum Online-Handel schneller zu etablieren.

 

Gut, zurück zu einer greifbareren Version der Gegenwart. Das Einkaufen mit dem Smartphone entwickelt sich derzeit zu einem neuen Standard. Begleitet wird diese Entwicklung von der Entstehung neuer Verhaltensmuster, die in neue Navigationslogiken übersetzt werden. Ein Beispiel dafür ist die beliebte Swipe-Bewegung, wie sie Tinder etabliert hat, die nun auch Einzug in Mode-Onlinestores finden sollen. Nach dem Hot-or-Not Prinzip können Kunden unterstützt durch Algorithmen passende Kleidungsstücke für sich entdecken. Der Algorithmus zeichnet das eigene Bewertungsverhalten auf, um entlang getroffener Entscheidungen und Bewertungen das Angebot kontinuierlich weiter zu personalisieren und zu optimieren. Das ist nicht nur für den Verkauf wertvoll, sondern auch für die Kollektionsgestaltung und Sortimentsplanung. Ein “Match” zwischen Angebot und Nachfrage führt den Nutzer direkt an die digitaler Kasse. Die Technologie soll dabei helfen, Nutzer an die Durchführung von Bezahlprozessen auf mobilen Endgeräten zu gewöhnen und den m-Commerce als Alternative zum Online-Handel schneller zu etablieren.

 

Ganz generell lässt sich ein Trend zu algorithmengestützten Kaufentscheidungsprozessen erkennen. Eine spannende Innovation in diesem Bereich ist die App “Snap Fashion”. Bei Snap Fashion handelt sich um eine visuelle Suchmaschine, die auf Basis eines Selfies passende Outfits zusammenstellen und vorstellen kann. Cross-Selling in seiner digitalen Form: Wird ein Kleidungsstück fotografiert, schlägt die Software dem Nutzer passende Schuhe und Accessoires aus einem Pool von mittlerweile 16.000 Brands vor. Stilkategorien wie “clash”, “mix up” oder “be bold” sollen dabei für die nötige Abwechslung sorgen und stilistische Breite sicherstellen.

 

Mode ist in sich selbst ein sinnliches Thema. Das “Future of Fashion Tech“ wirft die Frage auf, wieweit die Digitalisierung in der Modebranche wohl reichen wird und welche wertschöpfenden Prozesse sie perspektivisch durchdringen kann? Wird die Fähigkeit Mode zu verkaufen in Zukunft gleichbedeutend sein mit der Fähigkeit Kundendaten zu interpretieren und Technologien zur Anwendung zu bringen? Bei Zalando hat man mittlerweile Wege gefunden, den Mainstream-Geschmack der Zalando-Users über Parameter wie View-, Click- und Kaufzahlen mathematisch zu operationalisieren. Wird sich Stilsicherheit in Zukunft berechnen lassen? Zalando-Geschäftsführer Robert Gentz verrät im Interview mit netzpiloten.de, dass das Unternehmen, allen BigData-Analysen zum Trotz, noch immer auf das modische Gespür seiner Mitarbeit setzt. Aus seiner Sicht lässt sich der Wettbewerb im Modemarkt nicht allein über Zahlen gewinnen. Denn die Analyse dessen, was Nutzer angesehen und gekauft haben, ist immer eine rückwärts gerichtete Betrachtung früheren Verhaltens. Wem Mode wichtig ist, wer ganz Vorne mitzuspielen möchte und wer versucht aufzufallen, der lässt sich nicht über berechnete Mode als Kleinsten gemeinsamen Nenner adressieren. Für ihn ist Mode eine mutige Entscheidung, die Bereitschaft über das Außergewöhnliche, das Ungesehene Trends zu setzten und mit Konventionen zu brechen. Und auch solche Kunden ansprechen zu können, sind nicht Zahlen sondern Modeexperten gefragt.

 

Big Data wird in Zukunft alle Wirtschaftsbereiche durchziehen. Und auch wenn Mode eigentlich kein technologieaffines Thema zu sein scheint – der Handel mit Mode ist technologieaffin. Um Kaufentscheidungen und die Digital User Journey zu verstehen oder zumindest zu lenken, ist Big Data ein wertvolles Instrument. Die Nutzererlebnisse die Modeschaffende daraus entstehen lassen, brauchen den kreativen Code, der die Modebranche durchzieht. Mode braucht Inspiration. Die wird Big Data nur begrenzt zur Verfügung stellen. Aus der marktgerichteten Kollektionsplanung und der Vermarktung von Mode im physischen und digitalen Retail wird Big Data nicht mehr wegzudenken sein.

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