Agenda 25/15

Am 15.06.2015 von Haruki

Eine Online-Plattform für Offline-Läden

Ein neues Startup aus Hamburg möchte kleinen, lokalen Einzelhändlern eine Online-Präsenz verschaffen und ihnen so den Rücken gegenüber den großen Online-Händlern stärken. Findeling ist seit Mai in der Betaphase und bietet inhabergeführten Geschäften die Möglichkeit sich kostengünstig über ihre Plattform mit einem selbst angelegten Profil zu präsentieren, für sich zu werben und sich auffindbar zu machen. Die beiden Gründer Katharina Walter und Florian Schneider möchten lokales Einkaufen fördern und so die Vielfalt der Innenstädte erhalten. Im Gegensatz zu ähnlichen Plattformen wie Locafox und koomio, über die Nutzer ebenso lokale Händler für bestimmte Produkte finden können, steht bei Findeling aber nicht der einzelne Artikel im Vordergrund, sondern das Ladenkonzept und die Besonderheit des Händlers. Die Eintragung auf der Plattform hängt somit nicht vom Warenwirtschaftssystem des Ladens ab. Findeling möchte keine Suchplattform für Produkte sein, sondern eine Art Wegweiser zu kleinen, besonderen Läden. Die Nutzer haben über Findeling die Möglichkeit neue Läden zu entdecken, können Ladenprofilen folgen und werden so über Neuigkeiten und Angebote informiert. Die Händler werden nicht nur leichter auffindbar und können leichter mit ihren Kunden kommunizieren, sie lernen auch mehr über ihre Zielgruppe, da sie erfahren welche Produkte oder Marken häufig gesucht werden. So können sie ihr Sortiment gegebenenfalls anpassen.

Um schnell einen möglichst großen Nutzerstamm aufzubauen und so einen positiven Netzwerkeffekt zu erzeugen, sind die Anmeldungen für die Händler derzeit noch kostenlos, denn mit der Anzahl der registrierten Läden wächst der Nutzen für die Käufer und vice versa. Wenn eine kritische Masse erreicht wird, wird für die Anmeldung eine einmalige Gebühr verlangt. Weitere Services können dann kostenpflichtig dazu gebucht werden. Welche Dienstleistungen das sein werden, daran arbeitet das junge Unternehmen noch. Für den User soll der Dienst kostenlos bleiben.

 

Findeling ist ein gutes Beispiel wie sich die scheinbaren Gegensätze Online und Offline verbinden lassen. Zudem wächst nicht nur die Nachfrage nach dem Besonderen und Individuellen, sondern auch die nach dem Lokalen. Das zeigt auch das Beispiel der Kooperation von Etsy und großen Retailern in den USA, die sich durch die Integration eines Sortiments außerhalb des Mainstreams attraktiver machen wollen.

Kleine lokale Händler, so scheint es, kommen zusehends in eine bessere Position, da sie sich durch Persönlichkeit, ein ausgewähltes Sortiment und gute Beratung vom Online-Handel und auch von großen stationären Kaufhäusern abheben können. Plattformen wie Findeling unterstützen diesen Trend und fördern die Sichtbarkeit der Kleinen.

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