Agenda 22/15

Am 29.05.2015 von Haruki

Google’s nächster Schritt in Richtung E-Commerce Plattform: der Google Buy-Button

Google geht den nächsten Schritt auf dem Weg zum Online-Marktplatz: Schon bald möchte Google Buy-Buttons in seine ausgespielten Suchergebnisse einbauen, wenn Nutzer konkret nach Produkten suchen. Google Shopping als Auflistung bezahlter Suchergebnisse war ein erster Schritt dorthin, die Buttons sind nun die logische Fortsetzung davon und können auch als direkter Angriff auf Amazon und eBay gewertet werden.

 

Zunächst sollen die Kauf-Buttons in den USA gelauncht werden und nur auf mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones verfügbar sein. Eine nachvollziehbare Entscheidung, seit vor kurzem bekannt wurde, dass Google mehr Suchanfragen von mobilen Endgeräten als von Desktops erhält. Außerdem sollen die Buttons nur bei bezahlten Anzeigen auftauchen, nicht in den normalen Suchergebnissen. Klickt der Nutzer auf den Button, gelangt er direkt auf eine Produktseite, wo gegebenenfalls Produktspezifikationen geändert werden können, bevor der Kauf durch einen weiteren Klick abgeschlossen wird. Die Transaktion läuft über Google ehe das Geld an den entsprechenden Händler weiterleitet wird. Die Waren selbst werden direkt vom jeweiligen Online-Händler verschickt. Googles Revenue-Modell sieht wohl vor, dass die Händler pro Klick an Google eine Vermittlungsgebühr bezahlen müssen.

 

Hersteller mit eigenen E-Shops fühlen sich durch Google’s Initative angegriffen und äußern die Befürchtung, Google könnte sie mit den Kauf-Buttons in die Position des Back-End-Akteurs zurückdrängen, der nur noch die Bestellungen annimmt und abwickelt und dabei die direkte Beziehung zum Kunden verliert. Um diesen Sorgen entgegenzuwirken und den Markt zu besänftigen, will Google die jeweiligen Hersteller oder Händler auf den Produktseiten großzügig hervorheben und auch weitere Produkte aus deren Angebot prominent platzieren. Außerdem sollen sie Informationen über den Käufer, wie Email- und Postadresse bekommen. Darüber hinaus soll die Möglichkeit geschaffen werden, auf der Produktseite den Newsletter des jeweiligen Händlers zu abonnieren.

 

Der Google Buy-Button könnte aber auch ein Gewinn für große Händler sein, da sie ohnehin zu den stärksten Anzeigenkunden bei Google gehören. Der Buy-Buttons und seine Fähigkeit Käufe und Transaktionen einfach abzuwickeln, könnte dazu beitragen, dass die Nutzer insgesamt noch mehr und häufiger mobil einkaufen. Der Trend, dass das Thema E-Commerce zunehmend von wenigen großen Plattformen bestimmt werden wird, lässt sich ohnehin nicht mehr aufhalten. Die Hersteller werden sich also perspektivisch eine Unternehmens- und Kommunikationsstrategie zurecht legen, die sich an dieser neuen Realität ausrichtet.

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