Agenda 19/15

Am 04.05.2015 von Haruki

Tesla stellt Batterie zur Speicherung von Solarenergie in Privathaushalten vor

Das Elektronikunternehmen “Tesla” war bisher vor allem für zwei Dinge bekannt: Als Wegbereiter der Renaissance des Elektroautos und den Vorstoß im letzten Jahr, die Automobilbranche im Rahmen eines “Open Source”-Modells reformieren zu wollen. Nun ließ Tesla-Gründer Elon Musk erneut eine Bombe platzen, die seit vergangenem Wochenende in der Tech-Szene hohe Wellen schlägt: Mit der “Powerwall Home Battery” präsentierte das Unternehmen ein neues, revolutionäres Batteriesystem. Es handelt sich um eine Lösung zur Speicherung von selbsterzeugtem Solarstrom für private Haushalte. Bei der Batterie selbst handelt es sich eigentlich nur um eine Weiterentwicklung derselben Technologie, wie sie bereits in den Tesla-Fahrzeugen Anwendung findet. Klingt zunächst unspektakulär, entpuppt sich jedoch bei näherer Betrachtung als Wegweiser in die Zukunft.

 

Die Grundidee ist einfach. Der Kunde kann zwischen zwei alternativen Batterie-Varianten wählen: dem Modell für 3.500 Dollar, das zehn Kilowattstunden (KWH) speichern kann, oder der günstigeren Variante für 3.000 Dollar mit sieben KWH Kapazität. Hat der Kunde eine der beiden Batterien zuhause installiert und entsprechende Solarzellen auf dem eigenen Dach angebracht, kann er den dort generierten, überschüssigen Strom direkt vor Ort speichern und bei Bedarf selbst nutzen bzw. ins öffentliche Netz einspeisen und sich dafür bezahlen lassen. Durch das Speichern von Strom in solchen Batterien können zukünftig bedarfsorientiert Reserven abgerufen werden; vor allem dann, wenn der produzierte Strom der großen Kraftwerke nicht ausreichen oder die Kilowattstunde entsprechend teuer sein sollte. Privathaushalte werden so zu unabhängigen, kleinen Stromkraftwerken mit dazugehörigem Energiespeicher.

 

Ein weiterer Clou dabei: Die Batterien lassen sich problemlos in Reihe schalten und zu einem Netzwerk ausbauen. Viele einzelne, lokal vernetzte Batterien formen durch den Zusammenschluss einen deutlich leistungsstärkeren “SchwarmStrom-Speicher”. Gemeinsam soll es den Batterien laut Musk ohne weiteres möglich sein, sich bis in den Gigawatt-Bereich hinein zu vernetzten – das würde genügen, um eine Kleinstadt zu versorgen. In Deutschland will Tesla mit dem Stromanbieter “Lichtblick” eine Partnerschaft eingehen. Über die IT-Plattform “SchwarmDirigent” vernetzt “Lichtblick” schon heute lokale Stromerzeuger und -speicher mit den Energiemärkten. Nun sollen auch Tesla’s “Powerwall Home Batterien” Teil dieses Netzwerkes werden.

 

Wir finden den Gedanken ermutigend, die zukünftige Sicherung von Energie nicht nur in die zentrale Verantwortung der Energiekonzerne zu geben, sondern auch auf eine stärkere Initiative der unabhängig Strom produzierenden Bevölkerung zu setzten. Denn ein solider und nachhaltiger Energiemix sieht vor, eine dezentrale Energieversorgung als maßgeblichen Faktor zu etablieren. Es braucht aber Unternehmen wie Tesla, die die Bürger dazu ermächtigen und Anreize schaffen, einen aktiven Beitrag zu leisten – sei es aus ökologischer oder ökonomischer Motivation. Passend dazu wird Tesla seinen “Open Source”-Gedanken auch für die “Powerwall Home Battery” konsequent fortsetzen. Es ist ein Appell an die Energiekonzerne, sich des Themas der privat erzeugten Solarenergie stärker anzunehmen und es weiterzuentwickeln. Es ist aber auch eine Einladung (die notwendigen technischen Kenntnisse vorausgesetzt) zu mehr privater Initiative.

Artikel kommentieren

Ähnliche Beiträge