Agenda 18/15

Am 27.04.2015 von Haruki

Project Fi: Seamless Connectivity

Google erfindet sich immer wieder neu und entwickelt sich weiter: Drohnen, Raketen oder selbstfahrende Autos etc. Das Unternehmen ist ständig dabei, neue Technologien, Services oder Geschäftsmodelle zu entwickeln und mit einer gewissen Priese des Neuen anzureichern. Nachdem “Google” mit “Android” bereits das mittlerweile am weitesten verbreitetste Betriebssystem für Smartphones geliefert hat, richtet das Unternehmen seine Bemühungen nun in Richtung der Mobilfunkanbieter selbst.

 

Hinter dem “Project Fi” verbirgt sich das neue Mobilfunkangebot von Google –  zur Zeit jedoch ausschließlich auf dem US-Markt. Der Clou dabei? Statt ausschließlich auf die Netzabdeckung eines Netzbetreibers zu vertrauen, nutzt “Project Fi” ein kombiniertes Ökosystem der Mobilfunkriesen “Sprint” und “T-Mobile US” sowie rund eine Million drahtloser Hotspots, die Google landesweit zur Verfügung stellt. Über “Project Fi” wechselt flexibel zwischen diesen verschiedenen Verbindungsoptionen und garantiert dem Nutzer so immer die übertragungsstärkste Verbindung. Jeder Smartphone-User, der schon einmal unterwegs mit einer ständig unterbrechenden Mobilfunkverbindung zu kämpfen hatte, während der Sitznachbar eine super schnelle LTE-Verbindung nutzen kann, versteht den Mehrwert dahinter. Gerade für die USA, die aufgrund ihrer Größe und geografischen Beschaffenheit mit spürbar mehr “Funklöchern” zu kämpfen haben, könnten von dem neuen Angebot profitieren.

Google betitelt dieses Konzept selbst als ein “Netzwerk der Netzwerke”, eine Art Meta-Netzwerk, wie das Internet. Der Wechsel zwischen den Netzwerken soll nämlich auch während eines Anrufs funktionieren. Verlässt man gerade telefonierend ein Restaurant, bricht die Verbindung nicht ab, sondern wird nahtlos ohne Unterbrechungen in eines der Mobilfunktnetze überführt.

 

Google will die Nutzer perspektivisch jedoch nicht nur von der Abhängigkeit zu einem bestimmten Mobilfunkanbieter entbinden, sondern auch von der Notwendigkeit, seine Anrufe über ein bestimmtes Telefon tätigen zu müssen. Die eigene Telefonnummer soll dazu in der Cloud hinterlegt werden und so über jedes internetfähige Device abrufbar sein. Vielleicht löst “Project Fi” mittelfristig die Grenzen zwischen Internettelefonie und dem Telefonieren über Mobilfunk vollständig auf.

 

Ein spannenden Nebeneffekt hat das Projekt übrigens noch. Das Vertragsmodell zwischen Google und den Mobilfunkanbietern sieht es vor, dass die Mobilfunkanbieter nur dann vergütet werden, wenn ihre Verbindung auch tatsächlich genutzt wird. Das erzeugt Wettbewerb und zwingt die Anbieter dazu, in ihre Netze zu investieren. Denn schließlich entscheidet nur noch Verbindungsqualität darüber wie viele Nutzer und somit wie viel Revenue dem Unternehmen zugespielt werden. Ein Automatisierungsprozess bei dem v.a. die Kunden als Gewinner dastehen.

 

 

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