Agenda 16/15

Am 16.04.2015 von Haruki

Smarte Kaffeebecher: Wie Incentives uns zu umweltbewussterem Kaffeekonsum verführen

Hübsche, nützliche und wiederverwendbare Kaffeebecher für unterwegs gibt es mittlerweile viele, wie z.B. den Becher von Zuperzozial aus biologisch abbaubarem Bambus. Darüber hinaus gibt es auch Thermosbecher, die sogar das Kaffeemachen selbst übernehmen wie Hey Joe Coffee oder Mojoe. In Australien wurde jetzt ein Kaffeebecher vorgestellt, der den verheißungsvollen Namen SmartCup trägt und der noch mehr tun will als den Kaffeegenuss unterwegs umweltfreundlicher zu machen: Er beinhaltet eine smarte Schnittstelle, mit dem man seinen Coffee to go auch direkt bezahlen kann. Das funktioniert über ein eingebautes, kontaktloses Bezahlsystem, ähnlich wie bei gängigen EMV-Karten. Der Nutzer muss sich lediglich über eine App registrieren, in der er seine Bezahldaten hinterlegt und kann im Café mit seinem Becher über ein passendes Lesegerät „swipen“, um mit dieser einfachen Geste zu Bezahlen. Der Coffee Shop freut sich, wenn Konsumenten personal- oder zeitintensive Leistungen selbst übernehmen.

 

Darüber hinaus leistet der smarte Kaffeebecher zweierlei: Zum einen ermöglicht er eine sinnvolle Verknüpfung ansonsten isolierter Prozesse und schafft so eine nahtlose und unkomplizierte User Experience. Und er leistet – sein eigentlicher Zweck – einen Beitrag für die Umwelt durch seine Wiederverwendbarkeit. Beide Mehrwerte sind miteinander verknüpft. Denn obwohl wir uns als passionierte Coffee to go Trinker, der Umweltfolgen, die mit den Papierbechern verbunden sind, bewusst sind, frönen wir unserer Leidenschaft. Der Umwelt zuliebe einen wiederverwendbaren Kaffeebecher mit uns zu führen erscheint uns als aufwendig und unpraktisch: wir müssen dran denken, ihn mitzunehmen; er verbraucht Platz in unserer Tasche; wir müssen ihn nach der Verwendung reinigen usw.. Das smarte am SmartCup ist, dass er dieses Problem aufgreift und versucht den Barrieren echte Mehrwerte entgegenzustellen. Denn das Warten in der Schlange vor dem Kaffeetresen nervt. Das könnte alles schneller gehen, würden wir nicht nach unserer EC Karte oder dem passenden Kleingeld suchen müssen.

 

Da das Bezahlen durch den Becher dermaßen vereinfacht wird und so ein alternatives Nutzungserlebnis prägt, hat der Becher das Zeug dazu, Verhalten und  Gewohnheiten zu verändern. Einen eigenen Kaffeebecher mit sich zu führen wird zu einem lohnenden Aufwand. Vor allem dann, wenn auch die Bonussysteme an diesen Becher gekoppelt werden. Wieviele Coffee Shops besuchen wir? Wieviele Bonuskarten will der Geldbeutel fassen? Und haben wir letztes Mal tatsächlich daran gedacht, die Karte abstempeln zu lassen? Wie die Zukunft des SmartCup genau aussehen wird, bleibt offen. Die Barrieren wirken nach wie vor. Doch als “Lehrstück” ist er ist gutes Beispiel, wie die Kombination aus Technologie und User Experience Probleme lösen und erwünschtes Verhalten incentivieren kann. Wir alle wollen die Umwelt schonen und schützen. Am besten gelingt uns das, wenn man es uns leicht macht.

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