Agenda 16/15

Am 16.04.2015 von Haruki

Vergabe des deutschen Innovationspreises: Cleverness, made in Germany

Wie ist es eigentlich um Deutschlands Innovationskraft bestellt? Nicht schlecht sollte man glauben, schaut man sich den Teilnehmerkreis des diesjährigen “Deutschen Innovationspreises” an. Insgesamt 15 Unternehmen konnten sich mit ihren cleveren Ideen für die engere Auswahl qualifizieren. Schon seit 2010 zeichnen Accenture, EnBW, Evonik und die WirtschaftsWoche herausragende, zukunftsweisende Innovationen, die mit ihrer Innovationskraft Geschäft und Märkte verändern, mit dem Deutschen Innovationspreis aus. Ein Blick auf die Liste diesen Jahres macht dabei klar, dass Innovationsfähigkeit weder der Start-Up-Kultur noch Konzernstrukturen vorenthalten ist. Newcomer, Mittelstand und große Player kämpfen in der jeweiligen Kategorie um den Sieg. Wir nutzen die Gelegenheit, um einen Blick auf drei Finalisten aus unterschiedlichen Bereichen zu werfen; denn tatsächlich zeichnet sich der Innovationspreis 2015 durch die Heterogenität der perspektivische Preisträger aus: Zu neuen Entwicklungen aus dem Medizin- und Gesundheitsheitmarkt gesellen sich Neuerungen aus Material- und Produktionswirtschaft, aber auch Innovationen aus den Bereichen Payment, Sustainability oder Ernährung.

 

Cash Payment Solutions“, das junge Unternehmen, das hinter “Barzahlen.de” steckt, hat beispielsweise einen Weg gefunden, das Zahlen mit Bargeld auch für Onlineshops möglich zu machen – ganz ohne Kreditkarte oder Online-Banking und somit ohne die Notwendigkeit, sich identifizierbar zu machen oder dauerhaft Bezahldaten zu hinterlassen. Der Kunde bekommt nach der Onlinebestellung einen Barcode via SMS zugesendet über den er seine Bezahlung später bei einem naheliegenden Einzelhandelspartnern wie “dm” oder “Budni” durchführen kann. Ein interessante Ergänzung zu etablierten Bezahlmethoden und ein Beispiel für die zunehmende Verzahnung zwischen Online und Offline. Vor allem E-Commerce-Player, die jugendliche Zielgruppen adressieren, können über das Bezahlsystem ihre Reichweite erhöhen, da jüngere Segmente von kreditbasierten Transaktionsformen ausgeschlossen sind.

 

Das Mittelstandsunternehmen “Empolis” gibt im Kontext von “Industrie 4.0″ einen Vorgeschmack darauf, wie “intelligente Fabriken” von morgen aussehen können. Das Unternehmen hat ein Frühwarnsystem für Produktionsanlagen entwickelt, dass auf Basis von Big-Data-Analysen deren Zustand  überwacht und mögliche Ausfälle oder Schäden antizipiert und vermeidbar macht. Die Lösung von Empolis macht sich die zunehmende Vernetzung und Interaktion zwischen mechanischen und elektronischen Systemen in der Industrieproduktion zu nutze und übersetzt sie in systemerhaltende Prozesse. Gerade in der digitalen Maschine-Maschine-Interaktion spielt Big-Data eine zunehmende Rolle, da sich hier aus Korrelationen tatsächlich Kausalitäten ableiten lassen.

 

Wie sich die Themen “Digitalisierung” und “frische Küche” zusammenbringen lassen, zeigt der Technologiekonzern “Vorwerk“. Die Erfinder des “Termomix“, eines All-In-One-Küchengerätes, das zugleich Rührgerät, Kochtopf, Schneidemaschine, Mixer, Messbecher und noch vieles mehr sein möchte, wollen uns das Kochen so einfach wie möglich machen. Selbst die Kreation kompliziertester Gerichte soll mit dem Termomix zum Kinderspiel werden. Möglich wird das mithilfe von “Rezept-Chips”, die vom “Termomix” eingelesen werden und spezifische Informationen zur idealen Zubereitung von Gerichten enthalten. Der Verwender bekommt darüber hinaus alle notwendigen Zubereitungsschritte inklusive Erklärungen auf dem Display des “Termomix” angezeigt. So wird der Termomix zu einer Synthese aus Kochstation und Real-Time-Rezeptbuch.

 

Diese drei Beispiele zeigen, wie vielfältig die diesjährigen Titelanwärter und ihre innovativen Lösungen sind. Wir warten gespannt auf den 24. April, wenn der deutsche Innvoationspreis verliehen und ein Sieger gekürt wird.

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