Agenda 13/15

Am 25.03.2015 von Haruki

Lebensmittel Online-Shoppen: Auch ALDI will sich den Markt erschließen

Die Lieferwagen der Paketzusteller gehören mittlerweile genauso zu unserem Alltag wie auch das Online-Shopping selbst. Doch mehr und mehr sieht man nicht nur die gelben Lieferwagen, sondern auch einige rote. Und hier werden keine Paket, sondern Lebensmittel ausgeliefert. REWE und EDEKA testen bereits in einigen Großstädten die Zustellung. Lebensmittel online zu kaufen gehört bei vielen Kunden noch nicht zum Alltag, wenn man sich aber den Markt näher anschaut, fällt auf, dass mehr und mehr auch der Lebensmittel-Einzelhandel vom Online-Shopping eingeholt wird.

 

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www.flickr.com Photographer: Mike Mozart

 

Nun kommt auch von ALDI die Nachricht, dass der Discounter erste Bemühungen hinsichtlich einer Online-Filiale unternimmt. Testmarkt ist derzeit britische Markt – Spanien und Portugal sollen folgen. Während REWE eine dezentrale Organisation der Online-Shops verfolgt wird bei ALDI wohl eher über einen zentralen Online-Shop nachgedacht und stößt damit auf das klassische Problem eines stationären Händlers. Denn die Bestrebungen aus der Zentrale werden von den Geschäftsführern der Regionalgesellschaften natürlich nicht so gerne gesehen. REWE umgeht mit der dezentralen Organisation dieses Problem, denn der Kunde sucht sich für seine Online-Bestellung den jeweiligen Markt aus und der Einkauf wird auch im Markt konfektioniert. Ein netter Nebeneffekt ist, dass jeder Kunde, der vor Ort einkauft auf die Möglichkeit des Online-Shoppings aufmerksam wird. Denn die Mitarbeiter, die die Einkaufsliste der Online-Kunden abarbeiten und die Zustellfahrzeuge sind bei den entsprechenden Lieferfilialen kaum zu übersehen. Und so überlegt sich der ein oder andere Kunde dann auch mal, die nächsten Einkäufe mal bequem von zu Hause aus zu machen und je mehr Kunden diesen Service nutzen, desto schneller wird dieser Kanal für die Unternehmen auch profitabel. Momentan stehen den hohen Investitionen noch eher geringe Erträge gegenüber, aber eine Prognose von EY (ehemals Ernst & Young) zeigt deutlich, dass sich der Trend zum Online-Einkauf auch für Lebensmittel deutlich fortschreiben wird. Heute sind schon 36% der Deutschen bereit, künftig mehr Lebensmittel im Internet zu kaufen. Für das Jahr 2020 wird mit einem Gesamtumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro jährlich für Online-Lebensmittel allein in Deutschland gerechnet, wie aus der Studie hervorgeht.

 

Dass Lebensmittel nach Hause geliefert werden ist nun letztlich auch kein neues Konzept. Viele mögen sich noch an „Der Eismann“ und „Bofrost“ erinnern, die per Bestellkatalog und zu festen Terminen die Tiefkühlware nach Hause geliefert haben oder auch die Feinkost-Geschäfte, die ihre exklusiven Produkte frei Haus liefern. Aber mit Playern wie ALDI, REWE und EDEKA wird das Thema nun für die Massen und die tägliche Einkaufsroutine relevant und zugänglich. Für eine erfolgreiche Lebensmittelzustellung muss der Handel direkt auf mehrere Erfolgsfaktoren achten: die Ware muss pünktlich, vollständig und die Produkte von einwandfreier Qualität sein, ansonsten erzeugt die Erfahrung beim Kunden eher Frust als Lust. Für die Branche ist der Online-Shopper natürlich auch genau das, was sie sich schon immer wünschen: der gläserne Konsument. So kann man sein Einkaufsverhalten nun sehr gut nachvollziehen und analysieren und ihm die passenden Angebote unterbreiten. Und für den digitalen Kanal ist es besonders wichtige, den Kunden und seine Bedürfnisse gut zu kennen. Denn für die Inspiration, die sonst im Geschäft vor Ort erfolgt ist im Falle der Online-Bestellung die Aufmachung und Logik des Digitalen-Shops von zentraler Bedeutung. Denn auch beim Online-Einkauf soll der Kunde in Zukunft doch möglichst mehr kaufen, als er geplant hatte. Denn im physischen Einkaufswagen landet ja schließlich i.d.R. auch mehr als auf dem Einkaufszettel steht. Wir bleiben gespannt, welche digitalen Übersetzungen es für Zweitplatzierung, Regalplatzoptimierung, Greif- und Bückware, olfaktorische Stimuli etc. geben wird und letztlich auch, wie sich die Herstellermarken im Online-Store platzieren und positionieren werden und wie sie an den gewonnenen Daten über das Einkaufsverhalten der Konsumenten teilhaben können.

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