Agenda 7/15

Am 10.02.2015 von Haruki

ISPO-Neuheiten: Neue Wearables für den Fitness- und Gesundheitsmarkt

Tracking Devices und Gadgets finden immer mehr Anwender und erobern neue, vielfältige Verwendungskontexte für sich. Auf der ISPO in München, die gestern zu Ende ging, wurde den Digital Devices sogar eine eigene Messehalle gewidmet. Neben neuen Fitness Apps standen vor allem die Wearables im Zentrum des Interesses der Messebesucher. Viele neue Fitness-Armbänder und -uhren wurden auf der ISPO gezeigt, darüber hinaus aber auch die eine oder andere innovativere Lösung: Ambiotex stellte ein smartes Shirt vor, das mit eingenähten Sensoren Pulsfrequenz, Atmung, Geschwindigkeit und Bewegungsdaten misst. Diese Daten werden über Algorithmen sinnvoll verknüpft und über eine dazugehörige App abgerufen. Ambiotex verspricht dem Nutzer durch die Zusammenführung verschiedener Gesundheitsdaten ein tieferes Verständnis des eigenen Körpers. Das klingt gleichermaßen attraktiv wie vage – und an Wachstumspotenzial fehlt es nicht: Gedacht ist das Shirt nicht nur für den Sport, sondern prinzipiell für jeden Lebensbereich, in dem es von Bedeutung sein kann, das persönliche Energielevel im Auge zu behalten. Ein weiteres Beispiel für mit Sensoren ausgestattete Kleidung (Functional Wear) ist Digitsole, eine smarte Einlegesohle in der ein Schrittzähler verbaut ist. Die Sohle lässt sich wie das Ambiotex-Shirt mit dem Smartphone verbinden und errechnet zusätzlich zum Zählen getaner Schritte potenziell verbrauchte Kalorien. Als zusätzliches Feature lassen sich die Sohlen mithilfe der dazugehörigen Smartphone App beheizen.

 

Die smarte Wearables wollen in Zukunft nicht nur beim Sport, sondern auch im Schlaf getragen werden. Das wünscht sich zum Beispiel der Hersteller  SleepImage, dessen Produkt in den USA bereits erhältlich ist. Anders als die meisten Fitness-Wearables die viele Daten aus der Kategorie „nice to know“ sammeln, will SleepImage tatsächlich dabei helfen, akute medizinische Probleme zu erkennen bzw. zu beseitigen. SleemImage ist eine kleine ovale Platte, die man beim Schlafen an der Brust auf Höhe des Herzens trägt. Damit über ein kurzes Kabel verbunden ist eine kleine Elektrode, die man etwas unterhalb auf den Rippen anbringt. Morgens zieht man beides ab und lädt die Daten von der Scheibe auf eine verschlüsselte Webseite und erhält seine im Schlaf gemessenen Daten: Das Gerät erkennt und unterscheidet verschiedene Schlafphasen, Schnarchphasen, Schlafpositionen und Wachzeiten. Von entscheidender Bedeutung können diese Daten z.B. bei der Diagnostizierung des weitverbreiteten Schlafapnoe-Syndroms sein. Wer darunter leidet, hat kurze Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafens, die neben unmittelbaren Gefahren tagsüber zu starker Müdigkeit bis hin zu Sekundenschläfen führen. SleepImage kann nicht nur helfen, solche und andere lebensbeeinträchtigende Schlafstörungen zu erkennen, sondern hilft auch nach der Diagnose durch den Arzt, therapeutische Erfolge zu überwachen.

 

Zwar ist das Gerät mit dem dazugehörigen Datenanalyseservice nicht gerade günstig (die Sensoren liegen bei 249 Dollar, der Service kostet zwischen 99 bis 149 Dollar pro Jahr), trotzdem ist SleepImage eine günstigere und unkompliziertere Alternative zu teuer ausgestatteten Schlaflabors, die für gewöhnlich dafür eingesetzt werden, Schlafunregelmäßigkeiten zu diagnostizieren. Und: Es lässt sich kontinuierlich zuhause tragen. Convenience und Kostensenkung waren in der Vermarktung schon immer erfolgskritische Faktoren. Wir beobachten gespannt, ob es SleepImage gelingt, im B2B Vertrieb Krankenhäuser und Krankenkassen für die eigene Sache zu gewinnen.

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