Agenda 2/15

Am 05.01.2015 von Haruki

Die CES in Las Vegas stellt die Vision einer vernetzten Welt vor

Von 06. bis 09 Januar ist es wieder so weit: Zum Beginn des neuen Jahres trifft sich die Tech-Industrie in Las Vegas zur Consumer Electronics Show – kurz: CES. Hier werden die neuesten Entwicklungen in der Unterhaltungselektronik vorgestellt. Wir schauen gespannt nach Las Vegas, denn mit rund 160.000 Fachbesuchern ist die CES nicht nur eine der größten Technologiemessen überhaupt, sie gilt auch Wegweiser für die Richtung, die die Unterhaltungselektronik in den kommenden Jahren einschlagen wird. Die voranschreitende “Vernetzung der Welt” wird auch 2015 das vorherrschende Thema sein. Als Besucher der Messe kommt man unweigerlich ins Staunen: Immer neue Gegenstände des Alltags werden mit Sensoren aus- und aufgerüstet: Neben Smart-Home-Anwendungen und smarten Textilien nimmt sich die Tech Industrie dieses Jahr scheinbar trivialere Bereiche vor: Kochtöpfe und Zahnbürsten werden zu Service Enabling Devices, die die Digitalisierung unseres Alltags und parallel dazu die Goldgräberstimmung vorantreiben und befeuern.

 

Unterdessen experimentiert die Modebranche mit Kleidungsstücken, die uns über Vibrationssignale durch unbekanntes Terrain navigieren. Die Sportindustrie setzt weiter auf intelligente Fitness Tracker, die bereits in der Kleidung untergebracht sind. Sensoren werden zunehmend allgegenwärtig und gleichzeitig unaufdringlicher und unsichtbarer. Vielleicht liegt gerade darin ihre Fähigkeit, sich kaum merklich in unseren Alltag einzuweben.

 

Auch die Automobilindustrie hat das Thema “Vernetzung” längst für sich entdeckt und arbeitet fleißig an der Vision des selbstfahrenden Autos. Bereits im Vorfeld präsentierte BMW ein autonomes Auto, das – über eine Smartwatch dazu aufgefordert – von selbst den geeigneten Platz im Parkhaus ausfindig macht und auch ohne Mitwirken des Fahrers einparkt. Die verzweifelte Suche nach Parkplätzen und das müßige Einparken gehört so vielleicht schon bald der Vergangenheit an. Sie werden an das Auto abgegeben. Volvo möchte den Verkehrsteilnehmer selbst noch nicht ganz aus der Gleichung nehmen und stellt einen Helm vor, der über ein GPS Signal die Postion eines Fahrradfahrers im Verkehr lokalisiert und eine wechselseitige Kommunikation zwischen Fahrrad- und Autofahrern ermöglicht. Convenience und Sicherheit sind die Bedürfnisse, die neue Vernetzungsmöglichkeiten adressieren.

 

Wir blicken mit einer ambivalenten Mischung aus kindlichem Staunen und erwachsener Skepsis nach Las Vegas. Denn die Frage, die sich stellt, ist: Wieviel Digitalisierung verträgt der Mensch eigentlich? Wann und in welcher Form sind solche Technologien tatsächlich auch für den Anwender wertschöpfend? Schwierige Fragen auf die Tech-Industrie vermutlich selbst keine Antwort parat hat, denn für sie stellt sich eher die Frage nach dem, was möglich ist – nicht nach dem was sinnvoll oder wünschenswert ist. Die Aussteller der CES erkunden allesamt innovationsbegeistert den Raum des Machbaren. Was sich im Markt bewährt, an einen sinnvollen Use Case koppeln und vermarkten lässt wird sich erst noch zeigen. Im Moment lautet die Devise: Angebot schafft Nachfrage.

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