Agenda 47/14

Am 17.11.2014 von Haruki

Shhhh: Eine App für mehr Quality Time

Die meisten von uns können sich ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen. Kein Wunder, ist es doch längst zu unserem persönlichen Assistenten geworden und bleibt dabei im Kern doch das, was es war: ein Telefon, ein Kommunikationstool. Was uns Sicherheit gibt: Werkzeuge sind dienstbar, sie sind nützlich. Sie lassen sich kontrollieren. Und keinesfalls kontrollieren sie uns. Im Laufe des Tages erreichen uns dann Schlagzeilen, Statusmeldungen, E-Mails, Anrufe und weitere Neuigkeiten. Das ist toll, denn sie helfen uns up-to-date und mit unserem Umfeld in Kontakt zu bleiben. So sind sie, die Werkzeuge. Nützlich eben.

 

Die Medaille hat aber eine Kehrseite, die wir nur zu gut kennen. Denn nicht selten führt unsere Always-On Lebensweise dazu, dass reale Interaktionen darunter leiden – an der Supermarktkasse, in der Kneipe mit Freunden oder beim Spielen mit den Kleinen. Die Informationsflut, die tagtäglich über unsere Smartphones auf uns einprasselt, ist so groß geworden, dass sie gemanagt werden muss. Dieses Management müssen die meisten von uns erst noch lernen. Aber: Hilfe naht.

 

Die App Shhhh will uns dabei unterstützen, wieder mehr bewusste Offline-Zeit in unseren Alltag zu integrieren. Mit einer einfachen Maßnahme, nämlich dem Blockieren aller ankommenden Benachrichtigungen, erzieht sie uns zu einem sozial-verträglicheren Umgang mit unserem Smartphone. Befindet sich der Nutzer im Shhhh-Modus, werden ankommende Anrufe oder Nachrichten mit einer freundlichen Antwort auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet. Für unterschiedliche soziale Netzwerke oder Freunde können unterschiedliche Einstellungen festgelegt werden. Shhhh-Nutzer können zudem sehen, in welchem Modus sich Freunde befinden.

 

Das Besondere an Shhhh ist die Art, mit der die App unsere On/Off-Balance managt. Sie ist weder befehlshaberisch noch hochmotivierend. Sie erinnert uns lediglich höflich daran, mehr Zeit mit unseren Liebsten zu verbringen. Besonders dann, wenn wir mitten im Shhhh-Modus wieder routiniert zum Handy greifen. Belohnt werden wir mit einem Herz, das mit jeder Minute Offline-Zeit ein bisschen wächst. Und mit mehr Lebensqualität. Denn seien wir mal ehrlich: Das Feierabendbier mit Freunden wird nicht besser, wenn wir parallel mit 5 verschiedenen Gruppenchats jonglieren.

 

Wir freuen uns über einen Gegentrend zu der voranschreitenden Verschmelzung von Mensch und Smartphone und über den neuen Weg, mit dem Shhhh unser Verhalten ändern will. Nämlich mit einem sanften, verständnisvollen Ton, höflichen Abwesenheitsnotizen an unsere Freunde und positiver, emotionaler Belohnung. „Haruki ist für die nächsten 10 Minuten offline und danach wieder für euch da. –Shhhh“.

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