Agenda 45/14

Am 03.11.2014 von Haruki

Microsoft Health: Auch Microsoft launcht eine eigene Fitnessplattform

Als gäbe es nicht schon genug Angebote im Bereich Fitnesstracking und Wearables. Nach Apple Health und Google Fit bietet ab sofort nun auch Microsoft eine digitale Plattform zum Tracken, Analysieren und Optimieren unserer Gesundheits- und Fitnessdaten an. Doch vielleicht hat die Welt genau darauf gewartet? Microsoft Health kombiniert ein wearable Device mit einer Mobile Application und einem Cloud-Service. Das Wearable hört auf den Namen Microsoft Band und ist derzeit sicherlich noch die Schwachstelle dieses Dreiergespanns: Durch seine Größe , sein Gewicht und sein technisches Design drängt es sich derzeit noch unangenehm und zu sehr in unser Bewusstsein. Dafür mangelt es ihm nicht an technischer Ausstattung. Die Sensoren des Microsoft Band messen unter anderem Herzfrequenz, Kalorienverbrauch und Schlafqualität und fassen diese Messwerte automatisch zu einem persönlichen Health Profil zusammen. Darüber hinaus will das Armband auch ein Organisationstool sein: Eingehende Anrufe, Kurznachrichten, E-Mails, Termine oder Social Media News kündigen sich per Vibrationssalarm an und werden auf dem circa ein mal drei Zentimeter großen Display angezeigt.

 

Die „Intelligence Engine“ ist sozusagen der schlaue Kopf des Systems: In die Cloud hochgeladene Sensordaten werden von ihr analysiert und aufbereitet. Wie ein Fitnesscoach kann gibt sie anschließend Ratschläge für effektive Übungen aus dem Trainingsplan, verordnet Trainingspausen und unternimmt Erklärungsversuche für unsere Schlafstörungen. Das Besondere dabei ist, dass auch Kontextinformationen wie der aktuelle Standort oder Terminkalender von der „Intelligence Engine“ genutzt werden. Smart.

 

Doch genau dieses Feature wirft Fragen auf. Fragen, nach der Rolle des Devices und unserer Anspruchshaltung, die wir mit der Nutzung von Gesundheitsapps und Fitnessdevices verbinden. Bemisst sich der Wert einer Health-Application daran, wie sehr sie uns hilft, die eigene Gesundheit zu verbessern und inwieweit sie in der Lage ist unser Trainingsverhalten zu initiieren und zu organisieren? Wenn ja, dann verfügt Microsoft Health tatsächlichen über einen USP im Wettbewerb mit Apple und Google. Doch vielleicht geht dieser Ansatz auch einen Schritt zu weit. Vielleicht erwarten wir von Tracking Apps ja eher, dass sie unsere sportlichen Aktivitäten digital aufwerten und interessanter gestalten. Wem das genügt, der erkennt im Funktions- und Analyseumfang von Microsoft Health möglicherweise einen Übergriff auf die eigene Selbstbestimmtheit als Nutzer und erlebt Microsoft Health als bevormundendes System.

 

Die unterschiedlichen Ökosysteme von Apple, Google und jetzt Microsoft verdeutlichen, wie vielschichtig Bedürfnisstrukturen sind, die dem Gebrauch von Gesundheitsapps zugrunde liegen. Und so gesehen ist Microsoft Health nur eine weitere Möglichkeit die eigene Fitness und Gesundheit zu managen und damit nicht obsolet. Microsoft Health wird seine eigene Klientel innerhalb der sich kontinuierlich weiter ausbildenden Nutzertypen finden.

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