Agenda 42/14

Am 13.10.2014 von Haruki

Essen – jetzt auch zum Trinken

Bisher waren trinkbare Mahlzeiten vor allem bei Diät- und Sport-Wütigen beliebt. Egal, ob SlimFast-Shake zur Gewichtsreduktion oder Protein-Drink zum Muskelaufbau – gemein haben diese Produkte, dass sie als Pulver kommen, mit Milch oder Wasser angerührt werden und dann als Nahrungsergänzung oder Mahlzeit-Ersatz dienen.

 

Seit kurzem befassen sich nun sowohl StartUps als auch etablierte Unternehmen der Branche mit Getränken, die das Bedürfnis einer gesunden und schnell zubereiteten Mahlzeit erfüllen sollen. Ein Mix aus Proteinshake, Multivitamin-Brausetablette und grünem Smoothie quasi.

 

Das finnische StartUp Ambronite beispielsweise hat mit seinen „organic drinkable supermeals“ im Juli diesen Jahres den Crowdfunding-Rekord für Lebensmittel auf Indigogo gebrochen, indem es annähernd 100.000 Dollar einfuhr. Das Pulver besteht aus rein natürlichen Zutaten wie wilden Beeren, Nüssen sowie Getreide und richtet sich nicht nur an Fans gesunder Ernährung, sondern vor allem auch an gestresste Manager, die das Fast Food der Nachtschichten gerne gegen eine gesunde Alternative eintauschen würden.

 

Ein StartUp macht noch lange keinen Trend? Stimmt, aber auch Branchenriese Nestlé hat kürzlich bekannt gegeben, dass es an nährstoffreichen Drinks forscht, die auf den persönlichen Bedarf zugeschnitten sind. Das langfristige Ziel ist es, eine Nespresso-gleiche Maschine zu entwickeln. Diese soll mit Hilfe verschiedener Vitamin- und Mineralienkapseln ein Getränk zusammenbrauen, das perfekt zu den speziellen Bedürfnisse des Nutzers passt.

 

Wird Trinken also das neue Essen? Auch wenn sich diese Neuheiten noch nach Geschichten aus ferner Zukunft anhören, so gibt es Indizien, die für diese Entwicklung sprechen: Es gibt einen deutlichen Trend hin zu gesunderer Ernährung, einzelnen Zutaten wird immer mehr Wichtigkeit beigemessen und Convenience bleibt ein großes Thema.
Gleichzeitig hat Nahrungsaufnahme doch auch viel mit Genuss zu tun, ist eine soziale Aktivität und eben viel mehr als nur das – Aufnehmen von Nahrung.

 

Wir können uns daher für die nahe Zukunft vorstellen, dass trinkbare Mahlzeiten mehr Relevanz im Ernährungsplan bekommen, das Essen aber nicht vollkommen ersetzen werden. Ein leckeres Abendessen mit Freunden ist ja auch viel zu schön, um es dauerhaft durch schnelle Flüssignahrung zu ersetzen.

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