Agenda 41/14

Am 06.10.2014 von Haruki

Es geht auch anders: Ein kleines Plädoyer für einen erwachseneren Umgang mit personenbezogenen Daten

Die Anmeldung bei Facebook entspricht einem einfachen Tauschgeschäft. Der Deal: Community-Services gegen Daten! Facebook bietet uns seine Dienste an, im Tausch gestatten wir Facebook, mehr oder weniger unkontrolliert Daten bezüglich Demografie, Vorlieben und Verhalten zu sammeln und zum eigenen Vorteil zu nutzen. Im digitalen Zeitalter sind Nutzerdaten längst zur wertvollen Ressource avanciert. Die großen Daten-Aggregatoren präsentieren sich nach außen als Serviceanbieter. Dass sich hinter Chatgruppen, Pinwänden und Timelines jedoch datenbasierte Geschäftsmodelle verbergen, die v.a. auf Verwertung der generierten Daten gründen, soll dem Nutzer nach Möglichkeit verborgen bleiben oder zumindest nicht explizit vergegenwärtigt werden. Wer, was, wie mit unseren Daten anstellt, wird nicht oder zumindest nicht proaktiv kommuniziert. Man möchte die Beziehung zwischen Nutzer und Unternehmen nicht unnötig belasten. Das wäre auch für den auf Wachstum ausgerichteten Unternehmenskurs nicht förderlich. Warum also durch unnötige Transparenz Fragen aufwerfen und Misstrauen wecken?

 

Nun zeigt der neue Trend “Data-Deals” aus den USA, dass der Handel mit Daten nicht zwangsläufig durch eine unehrliche Beziehung zwischen Daten-Aggregatoren und Nutzern geprägt sein muss, sondern auch aus dem Prinzip der Freiwilligkeit erwachsen kann. Neue Angebote, wie das Start-Up „Reputation“ oder die Plattform „DataCoup“, ermöglichen es Nutzern, ihre Daten selbst und aktiv zu vermarkten und so materiell oder monetär von der Freigabe der eigenen Daten zu profitieren. Die Offenlegung des eigenen Gehalts verdient hier beispielsweise Rabattgutscheine für den nächsten Einkauf. Neben dem wirtschaftlichen Gewinn, liegt der große Mehrwert für den Kunden aus unser Sicht v.a. in einer neuen Form der Selbstbestimmung im Umgang mit den eigenen Daten. Wem wir unsere Daten zur Verfügung stellen, in welcher Form und zu welchem Zweck, obliegt in solchen Modellen unserer eigenen Entscheidung. An die Stelle von Mutmaßung und Intransparenz rückt eine Beziehung zwischen Nutzer und Datenunternehmen, die von Vertrauen und Respekt geprägt ist. Ein hoffnungsvoller Ausblick in unsere digitale Zukunft!

 

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