Agenda 40/14

Am 29.09.2014 von Haruki

Podcast Revival: Totgesagte leben länger

iPhone-Besitzer haben es vielleicht schon bemerkt – Apples Podcast-App ist nach dem letzten System-Update zum unlöschbaren Bestandteil des iOS App-Katalogs avanciert. Ca. 10 Jahre nach Veröffentlichung des iPods, dem Device, das Podcasting das erstmal seit dem Bestehen des Formats bekannt gemacht hat, scheint Apple wieder auf ein altes Pferd setzen zu wollen. Doch vorher kommt das neue Vertrauen in das totgesagte Medium, von dem sich noch vor 3 Jahren große Content-Lieferanten wie z.B. die New York Times und der Boston Globe verabschiedet haben? Glaubt man den Artikel „The (surprisingly profitable) rise of podcast networks“ auf fastcompany.com haben sich aus veränderten Nutzungskontexten nicht nur neue Konsumverfassungen, sondern auch neue Businesspotentiale für die werbliche Kommunikation herausgebildet, die zur Renaissance des Audio-Mediums führen können.

 

Das Smartphone nimmt dabei eine ganz entscheidende Rolle für die „neue“ Attraktivität von Podcasts ein: Nie war es einfacher, Audio-Inhalte zu finden und zu hören. Das individuell zugeschnittene Programm ist über entsprechende Apps oder Podcast Netzwerke nur wenige Clicks entfernt und darüber hinaus auch offline und damit auch unterwegs verfügbar. Dem Artikel zufolge konsumieren bereits 20% der Amerikaner mindestens einmal im Monat. Unter diesem Vorzeichen wundert es nicht, das verschiedene Medienhäuser in den neuen alten Audiokanal investieren, um darüber mit ihrem qualitativ hochwertigen Journalismus auch wieder jüngere und diversifiziertere Zielgruppen zu erreichen.

 

Denn vor allem im werblichen Umfeld eröffnen sich enorme Potenziale für die Marktbearbeitung. Werbung unterscheidet sich in Podcasts nämlich stark von dem, was wir aus dem klassischen Radio kennen. Anstatt einfach Radiospots abzuspielen, werden die Podcast-Hosts selber zu Werbebotschaftern. Die Hosts pflegen grundsätzlich ein eher intimes Verhältnis zur eigenen Hörerschaft. Mit der Konsequenz, dass auch Werbebotschaften besonders viel Glaubwürdigkeit ausstrahlen. Natürlich ist auch hier Kreativität gefragt. Podcastwerbung funktioniert anders als ein klassischer Radiospot. Erfolgreiche Podcastwerbung orientiert sich stärker an der Funktionsweise des Mediums und schafft so nicht nur Unterhaltung, sondern häufig auch zusätzlichen Content. Wer sich hier die entsprechende Mühe macht und zeigt, dass er das Medium verstanden hat, erzeugt Gefallen und Konsumbereitschaft bei den Zuhörern. Midroll verweißt auf eine interne Studie, nach der der Kontakt mit Podcastwerbung zu einem Kundenengagement von bis 63% geführt haben soll. Wir bleiben gespannt.

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