Agenda 39/14

Am 22.09.2014 von Haruki

Pinterest monetarisiert: Pins werden käuflich.

Mit 40 Millionen aktiven Nutzern pro Monat ist die totale Reichweite von Pinterest im Vergleich mit Social Media Riesen wie Facebook, Google+ und Twitter eher gering. Gleichzeitig gelingt es aber scheinbar nur Pinterest, die (überwiegend weiblichen) Nutzer in inspirierende Konsumwelten zu entführen, indem sie die Möglichkeit eröffnen, idealisierte Geschmackswelten um die eigene Person herum zu erschaffen. So werden bunte Pinnwände zu Themen wie Mode, Reisen, Tiere und Garten erstellt, die der digitalen Community und den eigenen Freunden zeigen, wer man ist oder wer man gerne wäre: Eine Konsumsimulation, die über tatsächliche erlebte Anerkennung aus dem eigenen Umfeld zu echter Identitätsstiftung führt. Für die Konsumforschung ist Pinterest ein wahrgewordener Traum.

 

Ab Oktober will Pinterest nun verstärkt in das Werbegeschäft einsteigen und Marken die Möglichkeit geben, Inhalte gezielter auf der Plattform zu platzieren. Elementarer Bestandteil dieser Offensive sind sogenannte „Promoted Pins“, die als bezahlter Content in den Suchergebnissen oder in den Kategorien-Feeds der Nutzer auftauchen. Parallel dazu verbessert Pinterest seine Analyse-Tools, um die Performance einzelner Pins im Nachgang und Detail nachvollziehbar zu halten.

 

Verwandelt Pinterest also unsere privaten Wunschwelten in ein Profit Center für Werbekunden? Nein, denn Pinterest sieht für seine promoted Pins strenge Richtlinien vor. Einfühlungsvermögen und Behutsamkeit sind hier gefragt: Man will die Menge der Werbe-Pins kontrollieren und jeden Promoted Pin vor Veröffentlichung auf seine Qualität hin prüfen. Marketing-Experten sagen den kostenpflichtigen Werbeplätzen einen großen Erfolg voraus – auch wenn Marken wie Chanel auch jetzt schon mehr als 3.000 Mal pro Tag auf Pinterest geteilt werden, ganz ohne Zutun der Marketingabteilung. Naja, wohl nicht ganz ohne deren Zutun. ;)

 

Native Advertising auf Pinterest kann ein Erfolgsmodell sein. Erfolgsentscheidend ist, dass sich Werbetreibende das Verhalten ihrer Zielgruppe ganz genau ansehen und das Wesen und den Code der Plattform respektieren. Das verlangt von Unternehmen letztlich die Selbstbeschränkung, nur solche Inhalte zu posten, die sich reibungslos in die Plattform integrieren und Konsum- wie Identitätsangebot gleichermaßen sind. Wenn das gelingt, werden bezahlte Inhalte nicht nur ganz selbstverständlich zu einem überganglosen Bestandteil der Pinterest-Konsumwelten. Sie werden zu neuen Inspirationsquellen und – als solche – Pinterest im besten Sinne als Ort für Ideenaustausch und Konsumbekenntnisse beleben.

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