Agenda 38/14

Am 15.09.2014 von Haruki

Wie Quantified-Self unser Verhalten verändern möchte

Wahrscheinlich hat es jeder schon einmal erlebt. Der Monat ist vorbei und ein Blick auf die Waage verrät, was man eigentlich eh schon wusste. Man hat im letzten Monat wieder einmal viel zu viel geschlemmt. Der Beginn des neuen Monats kommt da wie gelegen, um die eigenen Essgewohnheiten zu normalisieren und statt Süßen vielleicht doch lieber in den nächsten Wochen auf Rohkost zu setzten. Während der ersten Tage auch kein Problem, doch schon mit Beginn der zweiten Wochen sieht man sich im Büro mit frisch gebackenen Kuchen konfrontiert und wirft alle vorher formulierten Vorsätze wieder über Bord. Das eigene Verhalten dauerhaft umzustellen, gestaltet sich in Anbetracht der Versuchungen die uns im normalen Leben begegnen, als schwieriger als wir gerne glauben wollen.

 

Neue, digitale Angebote sollen helfen: Egal ob Wearables, wie die Apple Watch, oder Fitness-Apps à la Runtastic. Quantified-Self-Tools wollen unser Verhalten nicht nur tracken, sondern auch gezielt positiv auf dieses einwirken. Motivationsprogramme, die immer wieder durch Push-Nachrichten das gewünschte Verhalten triggern wollen, versuchen über die Bereitstellung zusätzlicher Anreize zum gewünschten Verhalten zu verleiten. Und die Ideen für zusätzliche Gratifikationen sind vielfältig: Gamification, die Möglichkeit zum sozialen Teilen oder Apps die die Joggingtour zum Zombie-Run umgestalten. Entwickler haben bereits gelernt, dass unterschiedliche Nutzer mit unterschiedlichen Persönlichkeiten auch unterschiedliche Arten der motivationalen Ansprache benötigen.

 

Während die meisten Quantified-Self-Tools sich bisher auf eine generelle Belohnungsmechanik beschränken, glauben wir, dass sie perspektivisch die Möglichkeit bieten müssen, Mechaniken anzubieten, die individuell das Verhalten des jeweiligen Nutzer incentivieren.

Wir denken aber, dass der Mehrwert solcher Tools insbesondere in der Interaktion mit dem Nutzer und seiner Lebensrealität steckt. Denn was nützt die beste Fitnessapp, wenn sie auf der Geschäftsreise daran erinnert, mal wieder das Workout im heimischen Fitness-Center zu besuchen? Interaktion mit dem Nutzer und seiner Lebensrealität bedeutet, z.B. verschiedenste Nutzerdaten wie etwa der GPS-Standort und den Googlekalender miteinander zu verknüpfen, und die passende Joggingstrecke zur passenden Uhrzeit aufzuzeigen. So können die Apps die Rolle eines Life-Coach einnehmen, der individuell die Schwierigkeiten und Versuchungen im Leben des Nutzer verstehen lernt und ihn mit entsprechend angepassten Konzepten bei der Erreichung seiner Ziele unterstützt.

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