Agenda 36/14

Am 01.09.2014 von Haruki

Match-Making für unterwegs: Die richtigen Urlaubsbekanntschaften finden

Wenn wir eine Wohnung über “Airbnb” buchen, steht nicht selten der Wunsch dahinter, mit neuen Menschen und Kulturen in Kontakt zu kommen und deshalb künstliche Biotope wie Hotels zu meiden. Den Urlaubsort aus gleichsam einheimischer Perspektive kennenzulernen, Orte zu entdecken, die gewöhnlichen Touristen verborgen bleiben und das am besten noch an der Seite eines echten “Locals” – das macht für viele den Reiz der Plattform “Airbnb” aus.

 

Das haben auch Hotelbetreiber erkannt und so macht sich die Hotelkette Marriott auf die Suche nach neuen Möglichkeiten, Hotelbesuche durch soziale Interaktion und geteilte lokale Experiences aufzuwerten. Zusammen mit dem “MIT-Mobile Experience Lab” hat Marriott eine Lösung entwickelt, die Hotelgäste dabei unterstützen soll, mit anderen Gästen, die gemeinsame Interessen teilen, in Kontakt zu kommen.

 

Ein digitaler Matchtable vernetzt in Verbindung mit einer App und einem digitalen Wandprojektor Hotelgäste mit gleichen Interessen und stiftet so Gelegenheiten zu gemeinsamen Aktivitäten. Der Gast muss dazu lediglich sein Smartphone mit der entsprechenden App auf einem digitalen Tisch platzieren. Der Tisch fungiert als eine Art visuelles Interface, der den Übereinstimmungsgrad zwischen Gästen in Bezug auf geteilte Interessen und Absichten visualisiert. Die App greift dabei auf das Linked-In-Profil des Gastes zu, um Informationen über seine Herkunft, seinen Beruf und seine Interessen zu verarbeiten. Gäste können zudem angeben, für welche Form von Tätigkeit sie Gesellschaft suchen: vom gemeinsamen Joggen bis hin zum Museumsbesuch ist alles denkbar.

 

Dieser Case ist ein Versuch, Widerstände und Barrieren, die sich aus analogen Formen des Sich-Kennenlernens ergeben, über digitale Services und Mehrwerte zu senken: Die Technologie wirkt als objektiver Vermittler, der Menschen einander vorstellt und eine Beziehung stiften will, indem er geteilte Interessen in der Vordergrund stellt. Die Idee, dafür einen digitalen Tisch zu nutzen, ist der Versuch eines Brückenschlags zwischen etablierter und augmentierter Kennenlernsituation: Unsere Social Media Profile werden so zu einer zweiten Visitenkarte, die unserem Ruf erlaubt, uns im positiven Sinn vorauszueilen und den Weg für neue Bekanntschaften zu ebnen.

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