Agenda 36/14

Am 01.09.2014 von Haruki

Tod dem Sparschwein: Wie neue Services unseren Umgang mit Geld verändern wollen

Die Zukunft gehört dem bargeldlosen Zahlungsverkehr – da sind sich Experten einig. Nur wie wird der Geldbeutel von morgen aussehen? Während das Start Up “Coin” auf kartenbasierte Zahlung als bewährtes Medium setzt, will Apple mit dem iPhone 6 auf andere Art in den Markt für Mobile Payment vorstoßen. Es l0hnt sich, einen genaueren Blick auf beide Systeme zu werfen:

 

Coin ist ein Startup aus San Francisco, das verspricht, mit seiner lernfähigen Karte Ordnung in den Geldbeutel zu bringen. Über ein kleines Tool werden alle Bankkarten über unser Mobiltelefon eingelesen und sind über Bluetooth LE auf der Coin-Karte als Meta-Device aggregiert verfügbar. Über ein Display lässt sich im Bedarf eine der bis zu acht gespeicherten Karten auswählen. In den USA kann man Coin bereits vorbestellen – für ca. $90. Technische Voraussetzung für die Verwendung von Coin ist nicht mehr, als dass die zu scannenden Bankkarten einen Magnetstreifen besitzen.

 

Apple wird in wenigen Tagen das iPhone 6 vorstellen und mit ihm eine neue Art des mobilen Bezahlens propagieren – wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf. Per NFC (Near Field Communication) soll das iPhone 6 mit anderen Geräten über geringe Distanz hinweg kommunizieren können und so auch als digitaler Geldbeutel funktionieren. Der integrierte NFC-Chip bietet dabei nicht nur den Vorteil einer sicheren Übertragung, sondern macht das Bezahlen auch schneller und einfacher.

 

Beide Anbieter – Coin und Apple – sind bei weitem nicht die einzigen Wettbewerber im Markt für bargeldlose Zahlungsformen. Google setzt mit dem Google Wallet auf eine Kombination aus Karte und App und ermöglicht unter anderem den Geldtransfer über Gmail. Konkurrent Amazon konzentriert sich mit seiner Payment App zunächst auf das Geschäft mit Geschenk- und Gutscheinkarten. Es bleibt abzuwarten, welche Anbieter und Verfahren letztlich das Rennen für sich entscheiden werden. Fest steht aber, dass die Faktoren Sicherheit und einfache Anwendbarkeit bei der Systementscheidung des Konsumenten eine wichtige Rolle spielen werden. Noch bleiben viele Fragen unbeantwortet: Was passiert, wenn mein Akku leer ist? Hat der Dieb meiner Coin-Karte Zugriff auf alle acht Konten? Ist NFC tatsächlich so sicher, dass nicht die Rechnung des vorigen Kunden von meinem Smartphone abgebucht wird? Der Kampf der Systeme bleibt spannend auch wenn bis zur kompletten Umstellung auf bargeldlose und mobile Paymentsysteme noch einige Zeit vergehen wird.

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