Agenda 35/14

Am 25.08.2014 von Haruki

Facebook versucht eine Synthese von Apps

Begegnet uns ein Song, der uns gefällt, öffnen wir Shazam oder Soundhound, um den Titel und den dahinter stehenden Künstler zu identifizieren. Wir öffnen Spotify, um mehr über den Künstler und sein Gesamtwerk zu erfahren und finden dann über eine weitere App heraus, ob und wann wir den Künstler in unserer Stadt einmal live erleben können. Diese Vorgänge laufen automatisiert und unabhängig voneinander ab. Weil wir uns daran gewöhnt haben, Apps entsprechend sequenziell und ihrer Funktion entsprechend zu verwenden. Tatsächlich aber, fehlt ein Angebot, dass uns in die Lage versetzt, Inhalte und Interessen durch verschiedene Apps hinweg oder über verschiedene Apps hinweg zu verfolgen. Unsere Verhaltensmuster sind auf Effizienz oder Effektivität getrimmte Work-Arounds, bei denen wir mit dem arbeiten, was uns zur Verfügung steht. Denn wenn es um technische Innovationen geht, befinden wir uns in einem Angebotsmarkt. Das heißt: Dinge werden erst dann möglich, wenn sie ein Provider möglich macht.

 

Facebook veröffentlicht nun den Service „App Links“, der mobile Anwendungen stärker miteinander vernetzt und der es Nutzern ermöglichen will, interessengeleitet durch ihr App-Ökosystem zu navigieren. Durch diese Integration sollen Apps befähigt werden, mehr Informationen untereinander auszutauschen. Der Nutzer soll so, wie er es aus dem Web kennt, über Links zwischen Anwendungen wechseln und zurückwechseln können. Statt den Künstler bei Spotify selbst suchen zu müssen, würde Shazam in Zukunft direkt einen Link zur Präsenz des Künstlers auf Spotify bereitstellen und so weiter und so fort.

 

Durch „App-Links“ wird Facebook zu einem Integrator mobiler Anwendungen und aggregiert Apps zu einer neuen „seamless“ User-Experience. Für den Nutzer – wie auch für Facebook – entsteht daraus mehr Transparenz über die Nutzbarkeit und Funktionalität des vorhandenen App-Ökosystems und Zugang zu neuen Mehrwerten, die aus einer verbesserten Kombination und Integration entstehen. Unternehmen wiederum können „App-Links“ dazu nutzen, über einen Wettbewerb in Bezug auf die Nutzerfreundlichkeit Kunden stärker in ein für sie wünschenswertes Ökosystem von Anwendungen zu drängen – zumindest vordergründig zum beiderseitigen Vorteil. Der Erfolg einer App wird somit in Zukunft auch davon abhängen, inwieweit es den Entwicklungsstudios gelingt, ihre Anwendung über ein Netzwerk von Kooperationspartnern zu distribuieren, um die Anschlussfähigkeit ihr Apps sinnvoll zu erweitern.

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