Agenda 35/14

Am 25.08.2014 von Haruki

Geniale Organisatoren des Trivialen: Uber wird zum Logistiker

Das als Limousinen- und Taxiservice bekannt gewordene Unternehmen „Uber“ plant sein Geschäftsfeld auf den Bereich Transport- und Logistik auszuweiten. Ein Pilotprojekt in Washington ermöglicht es beispielsweise schon jetzt, mit Hilfe der Uber-App, Artikel des täglichen Bedarfs zu ordern und noch am gleichen Tag geliefert zu bekommen.

Eine erster Hürde, die Uber auf dem Weg zum Logistiker genommen hat, ist eine kürzlich vorgestellte API (eine standardisierte Programmierschnittstelle), die es Unternehmen erlaubt, Uber in ihr Transport-Ökosystem zu integrieren und – unabhängig von der Uber-App – Fahrdienste aus eigenen Anwendungen heraus buchbar zu machen. Schon jetzt haben sich namenhafte Unternehmen wie Starbucks oder Hyatt bereit erklärt, diese Funktion in das eigene Software Ökosystem einzubinden.

 

Die Geschäftsfeldentwicklung von Uber folgt dabei einem einfachen Prinzip, das eine Art Leitmaxime für schnelles Wachstum im digitalen Raum ist: Trivialisierbare Arbeiten, wie der Transport von Personen oder Gegenständen von A nach B, werden über eine digitale Plattform durch Privatpersonen erbracht und an einen Absatzmarkt weitervermittelt. Anbieter wie Uber werden so zur Schnittstelle, die einen digitalen Zugang zu analogen Dienstleistungen eröffnen und organisieren – ähnlich wie AirBnB und viele andere digitale Player. Aus der digitalen Vermittlung entstehen durchaus Mehrwerte: Im Fall von Uber entsteht aus der Möglichkeit, den eigenen Fahrer zu beurteilen, ein System das sich selbst optimiert: Nur Personen, die als Fahrer dem Kunden ein Höchstmaß an Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Freundlichkeit entgegenbringen, werden weiterhin als Fahrer vermittelt. So funktioniert Qualitätsmanagement in der digitalen Welt.

 

Uber’s Markteintritt in den Logistikbereich ist eine Kampfansage an die etablierten Player. Die meisten privatwirtschaftlichen Logistikunternehmen werden sich perspektivisch anstrengen müssen, um mit den Anbietern aus der Share-Economy in Bezug auf Preisattraktivität und Servicequalität mitzuhalten.

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