Agenda 34/14

Am 18.08.2014 von Haruki

Das Ende der Konsolen-Ära: Eine Identitiätssuche zwischen Hardware und Software

Kürzlich überraschte der Spiele- und Konsolenhersteller „Nintendo“ mit der Ankündigung, das Game „Pokémon Trading Card Game Online“ für Apple’s iPad zu veröffentlichen. Die Gamingwelt sind überrascht. Ausgerechnet Nintendo geht als Wegbereiter des Mobile Gamings als erster Konsolenhersteller den Weg, ein hauseigenes Franchise auf einer fremden Plattform zu veröffentlichen, die nicht zum eigenen Ökosystem gehört.

 

Wirtschaftlich ist die Entscheidung durchaus nachvollziehbar: Tatsache ist, dass Nintendo im Abverkauf der eigenen Hardware derzeit hinter Markterwartungen zurückbleibt während Smartphones als Mobile Gaming Device unaufhaltsam auf dem Vormarsch sind. Darüber hinaus tauchen am Horizont grundlegende Veränderungen wie das „Cloud Gaming“ auf, eine Technologie, die das Gaming zunehmend plattformunabhängiger machen wird. Die mobile Zukunft gehört nicht länger den Gaming Spezialisten, denen es nachvollziehbar schwer fällt, sich von ihrer Hardware zu trennen. Es ist die Software, es ist der Content, der sie erfolgreich macht. Es sind die Experiences, die Herzen gewinnt, nicht die Devices. Auch wenn spezialisierte Gaming Devices hier zusätzliche Mehrwerte schaffen: die Nachteile in der Vielseitigkeit der Anwendung dem Smartphone gegenüber können sie nicht kompensieren.

 

Nintendo’s Vorstoß ist der erste Versuch einer großen Konsolen-Brand, eine Nintendo-Experience unabhängig von der eigenen Plattform und frei zugänglich zu machen. In mancher Hinsicht war Nintendo schon immer Vorreiter im Gaming-Markt. Auch die Mitbewerber werden die strategische Möglichkeit prüfen, sich in Zukunft stärker über das eigene Content-Angebot zu definieren.

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