Agenda 33/14

Am 11.08.2014 von Haruki

Ich stream TV: “House of Cards” erfreut sich auf Netflix großer Beliebtheit. Nur Klassiker laufen der preisgekrönten Serie den Rang ab

Wer früher einen Film oder eine Serie noch einmal sehen wollte, hat sie aufgenommen. Zunächst über den Videorekorder, später digital auf Festplatte gespeichert. Wer heute alte Produktionen noch einmal sehen möchte, streamt Inhalte aus dem Netz. Eine aktuelle Umfrage von Centris ergab jetzt, dass trotz der Hypes um aktuelle Serien noch immer Serienklassiker vor den preisgekrönten Eigenproduktionen der Streaming-Dienste rangieren. So haben zum Beispiel bisher nur – bzw. immerhin – ein Drittel der Netflix Kunden den hauseigenen Schlager “House of Cards” gesehen. Damit belegt “House of Cards” keinen schlechte Platz. Davor rangieren allerdings Klassiker aus den Bereichen Film und TV Shows oder auch der in Deutschland noch unbekanntere Newcomer wie “Orange is the new Black”.

 

Natürlich profitieren Streaming-Dienste wie Netflix von ihren preisgekrönten Eigenproduktionen, denn die schaffen Bekanntheit und Differenzierungspotenzial und generieren darüber neue Nutzer. Und neue Nutzer bedeuten auch mehr Daten und stellen so in zweifacher Hinsicht zusätzliches Kapital dar. Auch für TV-Sender liegt die Zukunft darin, ihre Inhalte über mehrere, komplementäre und an heterogene Rezeptionssituationen angepasste Verbreitungswege verfügbar zu machen. Einschaltquoten können heute nicht mehr der alleinige Erfolgsindikator sein. Eigenproduktionen lassen sich z.B. vor der TV-Ausstrahlung mithilfe der Streaming-Dienste testen und darüber Zuschauerprofile erstellen und weitere wertvolle Informationen sammeln, die für Produzenten, Vermarkter und die Programmsteuerung entscheidend sind. Auch dieses Beispiel zeigt, dass Kompetenzerwerb mithilfe von Kooperationen heute weiter führen kann als ein isolierter Verdrängungswettbewerb um Marktanteile.

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