Agenda 31/14

Am 28.07.2014 von Haruki

Wie Facebook Zukunft gestaltet

Unternehmen sind heute gezwungen auf die wachsende Dynamik von Markt und Technologie möglichst beweglich bzw. agil zu reagieren, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit und Marktrelevanz langfristig zu erhalten. Das gängige Prozedere, das dabei durchlaufen wird ist, Signale potenziellen Wandels zu beobachten, zu erkennen, sie zu verstehen und für das eigene Geschäft zu interpretieren bzw. produktiv zu machen.

 

Wer sich als Unternehmen nicht treiben lassen, sondern selbst Treiber und Gestalter von Veränderung sein will, wählt einen anderen Weg und nutzt stattdessen die eigene Gestaltungsmacht, um aktiv auf vorteilhafte und erstrebenswerte Zukunftsszenarien hinzuwirken. Wie eine solche Strategie aussieht, demonstriert gerade Facebook mit der Übernahme von Oculus Rift. Facebook will seine prägende Rolle, die es im Leben und Erleben seiner User einnimmt dazu nutzen, das Thema Augmented Reality als massentaugliche Zukunftstechnologie weiterzuentwickeln. Statt sich darauf zu beschränken, Inhalte und Services für die eigenen etablierte Plattformen zu produzieren, wird Facebook selbst zum Technologiegeber und eröffnet sich so die Möglichkeit, die Art und den Kontext der eigenen Produktverwendung selbst neu zu definieren und den Horizont eigener Service-Angebote weiter zu stecken.

 

Noch wird Marc Zuckerberg in seinem Interview mit Analyst Robert Baird von Colins wenig konkret in Bezug darauf, welche zusätzlichen Services Facebook mit Hilfe der Oculus Rift Technologie aufwerten will, doch schon die Übernahme selbst, adelt Oculus Rift als Zukunftstechnologie: als vormalig im Gaming beheimateter Technologie wird Oculus Rift nun zugetraut, soziale Interaktionen und Alternativen des Wirklichkeitserleben nachhaltig zu verändern.

Tatsächlich verfügen nur wenige Unternehmen über eine vergleichbare Marktmacht und kulturprägende Rolle, wie es Facebook sie innehat und nur wenige Produkte haben ein ähnlich ausgeprägtes disruptives Potential wie Oculus Rift. Dennoch: Die Denkhaltung Zuckerbergs ist auf die meisten Branchen und Unternehmen übertragbar, wenn sie sich bewusst werden, welche markt- und zukunftsprägende Rolle sie selbst einnehmen. Zugespitzt formuliert, steht für die meisten Unternehmen die Frage im Raum, welche Mittel und Wege es gibt, den eigenen Markt und die eigene Zukunft mit Visionskraft nach eigenen Wunschvorstellungen zu gestalten? Denn nur zu reagieren, wird auf Dauer zu langsam sein.

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