Agenda 31/14

Am 28.07.2014 von Haruki

Herausforderung für Verlage: Wenn der Inhalt austauschbar wird

Mit der Frage, wie Fachverlage angesichts des wachsenden Angebots frei verfügbarer Online-Inhalte weiterhin Mehrwerte schaffen und für sich claimen können, befasst sich diese Woche ein interessanter Artikel auf pubiz.de. Der freie Zugang zu Informationen, verbesserte Möglichkeiten der Suche und Aggregation und die schiere Menge verfügbarer Daten führen heute dazu, dass Verlage zunehmend unter Druck geraten, die eigenen redaktionellen Inhalte qualitativ aufzuwerten und deren Qualitätsvorsprung für den Leser wahrnehmbar zu machen. Doch damit nicht genug: Laut einer Analyse von Ehrhardt F. Heinold reicht eine rein inhaltliche Differenzierung bereits heute nicht mehr aus, um erlebbare Mehrwerte für Nutzer zu schaffen. Die Herausforderung für Fachverlage besteht darin, die eigenen Inhalte mit zusätzlichen Wertschöpfungsmöglichkeiten zu ummanteln. Der Artikel stellt drei alternative Strategien vor, wie das gelingen kann:

 

Von der Information zur Inspiration: Informationen sind heute vielfach kein knappes Gut mehr. Ebenso wenig ist Informationsqualität ein rein inhaltliches Thema. Für Fachverlage wird es in Zukunft darum gehen, eigene Inhalte zu inszenieren bzw. in inspirierender Form zu präsentieren.

 

Die Vermittlung von Inhalten wird ebenso wichtig wie die Inhalte selbst und so entstehen neue Anforderungen an das Informationsdesign. Von der Aufklärung zur Befähigung: Fachmedien, die sich an spezielle Berufsgruppen richten, müssen nicht nur Sachverhalte verständlich machen, sondern darüber hinausgehend Inhalte mit Funktionalitäten und Anwendungen verknüpfen und so auf Arbeitsprozesse übertragbar machen. Fachverlage übernehmen in dieser Form eine prozessunterstützende Enablern-Funktion.

 

Von der Verbreitung zur Vernetzung: Fachverlage müssen sich von der Vorstellung des Lesers als Zielgruppe verabschieden und müssen selbst zu einer Art kommunikativer Schnittstelle avancieren, die die Vernetzung zwischen Lesern vorantreibt. Ihr Ziel muss es sein, den fachlichen Austausch unter den Lesern und Nutzern aktiv zu fördern – zum Beispiel über eigene Plattformen, Messen und Events.

 

Die Zukunft redaktionellen Arbeitens kann sich also nicht nur auf die Produktion oder Distribution von Inhalten beschränken, sondern muss Inhalte gleichzeitig Inszenieren und über zusätzliche Services veredeln. Endlos Zeit haben die Verlage dafür nicht: Denn während sie sich noch darum bemühen, redaktionelle Inhalte als Erlebnis zu begreifen, bieten Apps wie Flipboard bereits die Möglichkeit, trivialisierbare Inhalte aus sozialen Netzwerken in Magazinform zu aggregieren und visuell aufzuwerten. Hier entstehen neue Benchmarks und Wettbewerber, denen sich Verlage stellen müssen.

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