Agenda 30/14

Am 23.07.2014 von Haruki

Smartwatches: Wenn der Kunde nicht gefragt wird

Mit der Frage, welche echten Mehrwerte über die Nutzung einer Smartwatch erzeugt werden können, befasste sich diese Woche ein Artikel des Wirtschaftsblattes. Zwei Jahre nach der Einführung der ersten Smartwatch fehlen noch immer zwingende Usecases, die deren Kauf rechtfertigen. Lediglich Googles Ansatz, über das Betriebssystem kontextspezifische Informationen in Echtzeit auf das Display der Smartwatch auszuspielen, stellt dem (potenziellen) Smartwatch-Besitzer nachvollziehbare Mehrwerte vor. Smartwatches sind ein gutes Beispiel dafür, wie Unternehmen technologie- statt anwendergetrieben innovieren und sich in der Konsequenz eher mit einer mittelfristigen Enabler-Rolle konfrontiert sehen, als unmittelbare Umsatzpotenziale zu realisieren.

 

Im Fall der Smartwatch diente in erster Linie deren technische Realisierbarkeit als Legitimation für die Entwicklung. Die Frage, wie der Kunde die durchaus innovative Technologie letztlich tatsächlich sinnvoll nutzen soll, tauchte nur am weiteren Horizont der Entwicklung auf, war aber nicht deren Ausgangspunkt. Einen Markt finden Smartwatches bislang eher in Spezialbereichen in denen das Smartphone der Smartwatch tatsächlich unterlegen ist, wie z.B. im Sportbereich. Und so wartet die Smartwatch derzeit noch auf anwendungsbezogene Services und Verwendungskontexte, die ihr Potenzial als Enabler-Technologie erkennen und nutzbar machen.

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