Agenda 30/14

Am 23.07.2014 von Haruki

Myo: Ein Armband zur Bewegungssteuerung

Ob Nintendo mit der Wii, Sony mit seiner Move-Technologie oder Microsoft mit dem Kinect System: Vor einigen Jahren war der Hype um neue Möglichkeiten der Bewegungssteuerung groß. Was in der Theorie wie die vielleicht intuitivste Formen der Menschen-Maschinen-Interaktion anmutet, entpuppt sich im direkten Praxistest eher als Herausforderung für den Anwender: Zu ungenau und mit zu viel Verzögerung werden eingehende Bewegungskommandos registriert und verarbeitet. Statt einer intuitiven und authentischen Nutzungserfahrung wirkt der Einsatz von durch Bewegung gesteuerten Devices meistens künstlich und verkomplizierend, so dass der anfängliche Hype bald wieder abflachte.

 

Darf man der Präsentation des Armbands Myo glauben, könnte jedoch bald ein Wearable auf den Markt kommen, dass erstmals natürliche Armbewegungen virtuell übersetzten kann. Neben der Nutzung von Magnetometer und Accelerometer klingt besonders der Einsatz eines EMG-Muskel-Aktivitäts-Sensors, der einzelne Fingerbewegungen registrieren kann, vielversprechnd. Das Video zeigt bereits, dass – folgt man den Visionen der Entwickler – der Einsatz, weit über das Gaming hinaus gehen soll.

 

Funktioniert die Bewegungserkennung so gut, wie das Video suggeriert, hat Myo durchaus Potential, den Markt für Bewegungssteuerung für sich zu erobern. Menschliche Gesten basieren auf erlernten Codes. Je besser digitale Steuerkommandos an diese Codes anknüpfen, desto intuitiver wird sie erlebt und genutzt. Ziel ist eine möglichst kurze, einfache Verbindung zwischen der Absicht des Nutzer und einer konsequenten Handlung herzustellen – ähnlich den Touchscreens, die eine natürliche und intuitiv verständliche Bewegungs- und Berührungslogik etabliert haben. Auch Myo könnte es gelingen, ähnliche Möglichkeiten ohne direkten Kontakt mit einem Display zu schaffen.

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