Agenda 29/14

Am 14.07.2014 von Haruki

Web und TV leichter miteinander vernetzten

 

Mit Projekt „LinkedTV“ arbeiten Forscher des Fraunhofer Instituts IAIS an einer Software, die Webinhalte passend zu aktuellen TV-Programmen recherchiert und dem Zuschauer auf einem Second-Screen aussteuert. Smart-TV-Angebote, die versuchen Web- und TV-Inhalte miteinander zu verknüpfen und zu einer parallelen Nutzung beider Screens einladen wollen, gibt es ja bereits. Das Novum liegt in der Automatisierung der Recherche. Mussten Redakteure bisher passende Inhalte eigenständig suchen und aufbereiten, soll in Zukunft eine Software über Sprachanalysen und Bildbearbeitung die Themen einer TV-Sendung identifizieren und anschließend über semantische Suchanfragen und intelligente Filter passenden Web-Content nahezu eigenständig liefern können. Ein weiterer Vorteil, die Software soll lernfähig sein und Strukturen im Abfragen von Zusatzinformationen erkennen können, sodass das Informationsangebot für jeden Nutzer individuell angepasst werden kann.

 

Wir sehen in dieser Entwicklung ein großes Potenzial für Spartensender, die  sich auf ein bestimmtes Thema (z.B. Sport) oder auf eine bestimmte Lebensphase (z.B. Kinder) spezialisiert haben. Denn die Entwicklung einer weitgehend eigenständigen Suchintelligenz wird das Contentangebot im Smart-TV-Bereich wachsen lassen, was einen Einfluss auf das Rollenverständnis der TV-Sender haben kann. So können ausgestrahlte Inhalte dann im Web mit personalisierten Inhalten verknüpft werden und der Sender und sein Webinhalt werden zum multimedialem Ratgeber – insbesondere bei Sendern mit den Schwerpunkten bei Lern- und Infotainmentangeboten. Durch die Verknüpfung können Sender und Plattform als zentrale Stelle für das jeweilige Sparten-Thema werden, an der die Inhalte abgelegt und dokumentiert sind. Über die Nutzung der Plattform und den lernenden Suchalgorithmen erhalten die TV-Sender zudem einen zusätzlichen Feedbackkanal der Seherinteressen, der wiederum zur Optimierung des TV-Angebots und der Inhalte genutzt werden kann. Wir bleiben gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird und welche Sender es für sich zu nutzen wissen.

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