Agenda 27/14

Am 03.07.2014 von Haruki

Playstation wandelt sich mit PlayStation Now zur Service-Brand

Unter dem Titel „Playstation Now“ präsentierte Sony kürzlich sein neues Cloudgaming-Angebot, das es ermöglichen wird, PlayStation 3 Softwaretitel nicht mehr nur auf der stationären Konsole, sondern auf unterschiedlichen Devices zu nutzen. PlayStation Now entkoppelt Games vom physischen Datenträgen und ermöglicht das Spielen via Streaming-Technologie. Zuerst soll PlayStation Now in Sony-eigene Produkte integriert werden. Die ersten Bravia 4K-Ultra-HD-TV Modelle werden bereits mit einem Zugang für den Betatest ausgestattet sein. Lediglich ein PlayStation DualShock-Kontroller wird noch benötigt, um den Fernseher in eine Spielekonsole zu verwandeln. Der Vorteil: Game-Performance und Leistungsfähigkeit werden so unabhängig von der genutzten Hardware und zu einer Frage der Konnektivität und Übertragungsgeschwindigkeit von Daten. Eingehende Steuerkommandos werden an einen Server übermittelt und dort verarbeitet. Als Reaktion darauf schickt der Server komprimierte Videodaten per Stream an das Device zurück.

 

Mit „Playstation Now“ ergänzt und erweitert Sony sein digitales Ökosystem und entkoppelt das Content- vom Hardwaregeschäft. Ein erster Schritt der Marke PlayStation auf dem Weg hin zum Service-Provider. Für die Marke bedeutet das, dass sie sich in Zukunft nicht mehr über ihre Technologiekompetenz am Markt positionieren wird, sondern sich noch stärker als früher mittels eigenem Content und Entertainment-Experiences eine Markenidentität schaffen muss. Eine Herausforderung, mit Sicherheit. Doch die Möglichkeit, Playstation-Titel in Zukunft auch auf mobilen Devices verfügbar zu machen ist zu spannend und wird zu sehr von einem sich hardwareseitig pluralisierenden Markt gefordert, um sie verstreichen zu lassen. Es wird eine Frage der Positionierung sein, ob Player wie Apple, Amazon oder Valve in Zukunft zu Konkurrenten oder zu Kooperationspartnern werden. Die Multidevice-Nutzung eröffnet dem Gaming insgesamt die Möglichkeit, das eigene Spiele-Portfolio stärker aus der Sicht des Kunden zu denken und unterschiedliche Gaming-Verfassungen, die sich in der Nutzung unterschiedlicher Devices und Kontexte spiegeln, ins Zentrum der Entwicklung neuer Gaming- und Entertainment-Angebote zu stellen.

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