Agenda 27/14

Am 03.07.2014 von Haruki

Mobility Apps: Einfacher von A nach B?

Wer vor ein paar Jahren von A nach B wollte, hatte ein begrenztes Set an Mobilitätsangeboten zur Auswahl: Das Auto, Motorrad oder Fahrrad in der eigenen Garage, den Mietwagen oder die Angebote des Nah- und Fernverkehrs wie Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff. Dementsprechend strukturiert und begrenzt waren auch die Möglichkeiten bei der Planung der Reise. Eine Vielzahl neuer, komplementärer Mobilitätskonzepte ist in den letzten Jahren dazugekommen. Diese Konzepte setzen weiterhin auf dieselbe “Hardware” – doch die Art des Zugangs und auch Nutzungsmöglichkeiten haben sich deutlich weiterentwickelt. Man muss heute kein Auto oder Fahrrad mehr besitzen, um beides zu nutzen: Mobilität ist keine Frage von Besitz mehr, sondern eine Frage von Zugang und Verfügbarkeit. Gleichzeitig macht es uns die Vervielfältigung der Nutzungsmöglichkeiten und Anbieter nicht unbedingt leichter, die beste Verbindung von A nach B zu finden. Denn obwohl unsere Optionen explodieren bleibt die Frage offen, welche Verbindung die für uns jeweils “beste” ist. Für den einen ist “schneller” besser, für die anderen “günstiger”.  Neue Mobility Apps, die die Vielzahl der Mobilitätsangebote nach individuellen Kriterien filtern und bewerten und dabei nicht auf einen Carrier festgelegt sind, wollen hier Abhilfe schaffen.

 

Durch die Verknüpfung von Daten des Nah- und Fernverkehrs, verschiedenen Car- und Ride-Sharing Angeboten sowie Taxiservices wollen Apps wie z.B. Moovel oder Quixxit nun Nutzern die Möglichkeiten in ganzer Breite aufzeigen und so miteinander kombinieren, dass man die Verbindung für sich zu finden vermag. Denn durch die Aggregation von Daten aus Apps und Websites der Mobilitätsanbieter sind diese Dienste in der Lage, die bestmögliche Kombination von Verbindungen nach den Kriterien Zeit, Kosten oder Aufwand für den Nutzer auszuweisen. Das Problem dabei ist jedoch, dass natürlich nur angeschlossene Anbieter Berücksichtigung finden. Ein Beispiel: Ist ein “DriveNow” aber kein “Car2Go” verfügbar, “DriveNow” aber in der App nicht gelistet, fällt die Carsharing-Option aus. Dadurch kommen teilweise extrem umständliche Reiseplanungen zu Stande, die momentan den Nutzen dieser Apps noch begrenzen. Aus Nutzersicht stellen wir fest: Je weiter weg und je unbekannter das Reiseziel ist, desto hilfreicher werden die entsprechenden Apps.

 

Langfristig müssen solche Apps die Vision verfolgen, für den Nutzer zu einer Art intermodularem Navigationssystem zu werden, dass Mobilität für den Kunden aus einer ganzheitliches Perspektive betrachtet. Grundvoraussetzung dafür ist eine möglichst vollständige Erfassung vorhandener Mobilitätsanbieter. Die Kür besteht darin, individuelle Gewohnheiten und Präferenzen, aber auch erstrebenswerte Reiseverfassungen (wie Zeit- oder Kostenersparnis, Entspannung oder Inspiration) in die App einzubeziehen. Dann würden könnten solche Apps auch als gelungenes Beispiel dafür dienen, wie sich “BigData Analysen” in konkrete Mehrwerte für den Kunden zurückübersetzten lassen.

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