Agenda 25/14

Am 16.06.2014 von Haruki

IKEA: Klage statt Kooperation

Seit 2006 stellt das Blog Ikeahackers.com Ideen vor, wie die Möbel des schwedischen Herstellers durch Eigenumbau verbessert oder an individuelle Nutzerbedürfnisse und Verwendungszwecke anpasst werden können. Eine gleichermaßen charmante wie nützliche Idee, der wohl auch deshalb nicht unerheblicher Erfolg beschieden war.

 

Nun hat das schwedische Möbelhaus das Blog wegen Verletzung der Markenrechte verklagt.

Das Ergebnis ist ein Kompromiss, von dem keine der beiden Seiten tatsächlich profitiert. IKEA hat durchgesetzt, dass die Blogbetreiberin zwar die Domain

Ikeahackers.com behalten darf, aber nur, wenn sie ihren Blog nicht kommerziell und auch werbefrei betreibt. Damit wird der Betreiberin die finanzielle Grundlage entzogen und das Weiterführen des Blogs langfristig unmöglich – was schade ist, auch für IKEA. Denn in diesem Fall wäre eine Kooperation zwischen Marke und Bloggerin sicher die bessere Lösung gewesen.

 

Hätte IKEA den Blog nicht als implizite Kritik am eigenen Sortiment oder dem eigenen Produktdesign gewertet, sondern die Blogbetreiberin als eine Markenbotschafterin erkannt und gewonnen, hätten beide Seiten sicher mehr profitiert. Wir fragen uns: Wieviel Demokratie und Mitgestaltung durch den Konsumenten hält eine Marke aus, bzw. das Unternehmen das sie führt?

 

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