Agenda 19/14

Am 05.05.2014 von Haruki

Die Rolle des Online-Vertriebs für Lebensmittel

Eine aktuelle Studie von „Ernst & Young“ zeigt, dass Konsumenten beim Lebensmittelkauf bislang kaum auf digitale Beschaffungskanäle vertrauen: Von den 175 Milliarden Euro, die jährlich in Deutschland für Nahrungsmittel ausgegeben werden, entfielen in 2012 lediglich eine halbe Milliarde Euro auf den Kauf von Lebensmitteln im Internet. Die Studie zeigt, dass sich zwar eine wachsende Zahl von Kunden digitalen Vertriebswegen öffnet; sie zeigt aber auch, dass gerade typische “Frischekategorien” nur ungern auf digitalem Weg gekauft werden. Anbieter von weniger verderblichen Lebensmitteln, wie Weinen, tun sich beim Thema Internetvertrieb deutlich leichter. Doch weiteres Wachstum braucht das Vertrauen des Kunden – auch und vor allem in den digitalen Vertrieb von Frischeprodukten. Eine notwendige Voraussetzung dafür ist eine transparente Nachvollziehbarkeit der Supply-Chain. Die wiederum lässt sich an GPS Tracking-Daten und die Möglichkeit koppeln, direkten Kontakt mit Lieferanten aufzunehmen. Einen solchen Service bietet zum Beispiel der Einkaufs- und Mitbringservice „Shippies“ an.

 

Eine zweite Herausforderung beim Lebensmittelkauf im Internet ist das Schätzen von Mengen, das ohne den direkten Kontakt mit der Ware, wie er im physischen Retail gegeben ist, deutlich schwerer fällt. Laut einer Studie der GfK äußert sich der Trend des nachhaltigen Konsums auch in einer verantwortungsvolleren Vorratshaltung vor allem verderblicher Güter. Services wie „KommtEssen“ oder „Schlemmertuete“ begründen auf dem wachsenden Widerwillen, Lebensmittel wegzuwerfen, ihr Geschäftskonzept: Sie treten nicht nur als Lieferanten auf, sondern verknüpfen Rezeptvorschläge mit dafür nötigen Mengen – je nach Personenanzahl skalierbar. In Zukunft werden Same-Day-Delivery-Services dafür sorgen, dass Lebensmittel „ just-in-time“ geliefert werden, genau dann, wenn sie benötigt werden. Der digitale Lebensmittelhandel wird sich in Zukunft nicht nur als Händler, sondern auch als Inspirationsgeber, Ernährungsberater und Shopping-Planer verstehen.

Artikel kommentieren

Ähnliche Beiträge