Agenda 18/14

Am 28.04.2014 von Haruki

Neues Start-up: 60 Sender im Live-Stream

Am Donnerstag startete das schwedische Start-up Magine in Deutschland: Mehr als 60 Sender, darunter alle großen Deutschen, können die User kostenlos über Internet streamen – im Browser, auf Smartphones und Tablets oder Smart-TVs. Mit Konsolenherstellern wird noch verhandelt. Eigene Werbung schaltet Magine dabei im Gegensatz zur Konkurrenz „Zattoo“ nicht. In Zukunft soll mit Abopaketen, wie dem aktuell verfügbaren Kids-Paket, Geld verdient werden. Ein weiteres Plus für die Nutzer: Einige der Progamme lassen sich pausieren und bei bestimmten Sendern können Sendungen wie in einer Mediathek auch nach ihrer Ausstrahlung abgerufen werden. Solche Streaming-Dienste erfreuen sich bei den Usern immer größerer Beliebtheit und verändert die klassische Art, TV-Inhalte zu konsumieren, was natürlich Folgen für die TV-Infrastruktur hat und die Kabelnetzbetreiber in die Bredouille bringt – und langfristig auch die Sender selbst: Ihre Inhalte sind zwar gefragt – aber die Kundenbindung geben sie aus der Hand. Und während Streaming-Dienste immer mehr über die Sehgewohnheiten und ihre Nutzer erfahren, so verlieren die Sender, gemessen an den Einschaltquoten immer mehr Zuschauer. Mediatheken sind ein bereits geschaffenes Angebot der Sender für das neue Nutzungsverhalten. Aber Nutzerdaten werden kaum erhoben oder gar ausgewertet – dabei ist der Zuschauer hier gewillt, Daten zu hinterlassen. Diese Datenhoheit sollten Sender nicht ohne weiteres aus der Hand geben und sie (insbesondere die großen Sendergruppen) sollten es schaffen, ein eigenes und weiterführendes Angebot rund um die Inhalte aufzubauen und diese geschickt zu bündeln. Sonst werden sie gegenüber den neuen Playern zunehmend ins Hintertreffen geraten.

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