Agenda 13/14

Am 24.03.2014 von Haruki

Erst konsumieren, dann bezahlen

Der Journalist und Blogger Richard Gutjahr beschäftigt sich schon seit Jahren mit neuen Geschäftsmodellen und Bezahlsystemen im Journalismus. Nun macht er gemeinsame Sache mit dem Münchner Startup „LaterPay“, wie er in seinem Blog verkündete. LaterPay ist ein Micropayment-Dienst, das heißt einer, über den man kleine Beträge für das Lesen von einzelnen Artikel bezahlen kann. Was das Startup anders machen möchte als bisherige Dienste ist die Art der Bezahlung: Erst kommt der Konsum, dann die Bezahlung. Gutjahr vergleicht das System mit dem Anschreiben in einer Kneipe, wo man drei bis vier Bier auf dem Deckel notiert und am Ende des Abends bezahlt. Genauso kumuliert LaterPay konsumierte Inhalte, bis eine Summe von 5 Euro erreicht ist. Erst dann wird der Nutzer tatsächlich zur Kasse gebeten. Dieses Vorgehen hat nicht nur eine bessere Usability für den Leser zur Folge, sondern auch eine Reduktion der Transaktionskosten, weshalb LaterPay Content-Produzenten bessere Konditionen für ihre Inhalte bieten kann. Natürlich kann diese Form der Bezahlung nur ein Teil der Einnahmen bleiben und sie wird den Qualitätsjournalismus nicht retten – schon allein, weil über Micropayment nur populäre Themen belohnt werden. Aber bis sich neue Modelle etabliert haben, ist LaterPay vor allem für etablierte selbstständige Journalisten und Kleinverleger eine prüfenswerte Option.

 

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