Agenda 11/14

Am 10.03.2014 von Haruki

Projekt „Pheme“ und die Wahrheitshoheit

Über soziale Netzwerke erreichen uns tägliche unzählige Informationen aus unterschiedlichsten Quellen, die sich rasend schnell weiterverbreiten und deren ursprüngliche Quelle oft schwer auszumachen ist. In diesem Szenario fällt es immer schwerer, den Wahrheitsgehalt einer Information schnell und zuverlässig einzuschätzen – ein großes Problem vieler Big-Data-Analysen. Hier will das Projekt „Pheme“, bestehend aus einem interdisziplinären Forschungsteam aus sieben Staaten, durch eine Kombination von Big Data Analyse, Linguistik und visuellen Methoden Abhilfe schaffen. Dabei konzentriert sich das Team auf vier Arten von problematischer Information: der Spekulation, der kontroversen Diskussion, der Fehlinformation und der gezielten Verbreitung falscher oder irreführender Tatsachen. Eine technologische Unterstützung bei der Einschätzung von Informationen ist aus unserer Sicht in Zukunft aufgrund der Datenflut unabdinglich. Allerdings birgt „Pheme“ auch die Gefahr, dass wir als Rezipienten diesem technologischen Filter komplett ausgeliefert sein werden und unsere eigenen Bewertungsfähigkeiten sukzessive abbauen. Das, was wir für wahr oder falsch halten, würde schlimmstenfalls von einem Algorithmus bestimmt werden, der mit Sicherheit nicht fehlerfrei sein wird. So bleibt zu wünschen, dass eine Anwendung wie „Pheme“ nur ergänzend eingesetzt werden wird und nicht als Gatekeeper für Informationen.

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