Agenda 10/14

Am 03.03.2014 von Haruki

Wie Plattformen Produkte formen

Gerade hat die Mobile-Foto-App EyeEm aus Berlin angekündigt, zukünftig als Marktplatz für Bildrechte zu fungieren. Damit unternimmt der Instagram-Konkurrent erste Schritte in Richtung Aufbau eines professionellen Marktes für Mobilfotografie – ein Angebot, das für viele Nutzer trotz der hohen Provision von 50% an EyeEm interessant sein könnte. Das Start-up aus Berlin folgt damit dem Businesstrend, als Plattform Vermarkter und Mittler für Klein- und Privatanbieter potenziell trivialisierbarer Produkte und Dienstleistungen zu sein. Mit einem ähnlichen Businessmodell ist beispielsweise Airbnb gestartet. Deren „Predictive Pricing“ zeigt ganz gut, welches Potenzial in Plattformen dieser Art steckt: Durch geschickte Analyse der Nutzungsdaten und einem eigens entwickelten Algorithmus hat Airbnb damit begonnen, Nutzern angemessene Preise für ihr Wohnviertel und ihr Angebot vorzuschlagen. Das optimiert zum einen die User Experience, macht es darüber hinaus aber auch der Plattform perspektivisch möglich, die Preisgestaltung subtil zu beeinflussen und zu eine Art Mietenspiegel für Privatunterkünfte zu entwickeln. Durchaus im Eigeninteresse: Denn zu günstige Mietpreise drücken die Marge des Unternehmens, zu hohe sind schlecht für das Image der Plattform. Ähnliches gilt natürlich auch für EyeEm: Etabliert sich die Plattform als einer der ersten Marktplätze für Mobilfotografie, wird das Unternehmen auch schnell lernen und im nächsten Schritt für sich erforschen, welche Preise und Margen in diesem Markt zu realisieren sind. Quasi als Nebenprodukt lassen sich daraus auch Trends ableiten – seien es nun Informationen zu angesagten Wohnvierteln oder beliebten Fotomotiven und -ästhetiken.

Artikel kommentieren

Ähnliche Beiträge