Agenda 44/13

Am 28.10.2013 von Haruki

Der gläserne Käufer: Preisbildung nach Gefühlslage

In Zukunft könnte der aus Konsumentensicht optimale Preis für Produkte mithilfe der Messung von Gehirnströmen gefunden werden. Für die Konsumenten mag diese Form der Durchschaubarkeit nach einer Horrorvision klingen, aber der Neurobiologe Kai-Markus Müller glaubt, von seinen Forschungen würden beide Seiten – die Käufer und die Verkäuferseite – profitieren. Bei zu niedrig oder zu hoch empfundenen Preisen zeigt jeweils eine bestimmte Gehirnregion erhöhte Aktivität. So lässt sich ein als angemessen empfundener Betrag “ermitteln”. So hat Kai-Markus Müller herausgefunden, dass Starbucks zum Beispiel noch mehr für seinen Kaffee verlangen könnte als bisher. Ob man diese Art von Konsumentenforschung nun abstoßend findet oder hilfreich – der Einsatz und die Möglichkeiten des Neuromarketing wachsen und sind in ihrer Entwicklungsgeschwindigkeit weder zu bremsen noch aufzuhalten. Als Konsumenten werden wir zunehmend gläsern. Umso wichtiger wird es in Zukunft sein, aufgeklärt zu konsumieren, verantwortungsvoll zu handeln und gegebenenfalls den Konsumenten durch entsprechende Gesetze zu schützen. Laut einer Studie wünschen sich viele Konsumenten flexiblere Preismodelle, die beispielsweise ihre Kundentreue oder persönliche Zahlungsbereitschaft berücksichtigen. Die Möglichkeiten des Neuromarketing eröffnen allen Marktteilnehmern ein breites und spannendes Spielfeld, das unmittelbare Verknüpfungen zwischen unseren Sehnsüchten auf der einen und ihrer Erfüllung auf der anderen Seite herzustellen vermag.

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