Agenda 42/13

Am 14.10.2013 von Haruki

Lesen und Verlegen 2.0

Vergangene Woche stellten Sascha Lobo und Christoph Kappes ihr neues Projekt „Sobooks“ auf der Frankfurter Buchmesse vor. „Sobooks“ ist kein Verlag, sondern eine Social Reading Plattform und sieht sich als Wettwerber von niemand geringeres als Amazon. Noch ist das Projekt in der Closed Beta und nur mit Einladungscode zugänglich, aber es wird folgende Features bieten: Die Bücher können über einen integrierten Shop gekauft und direkt im Browser gelesen werden. Im Unterschied zu bisher etablierten Readern können interessante Passagen direkt auf der jeweiligen Seite im Buch mit anderen diskutiert werden oder in soziale Netzwerke verbreitet werden. In der Startphase sind 20 Titel von kooperierenden Verlagen wie brandeins, Spiegel, Hoffmann und Campe sowie Random House erhältlich.
Ebenfalls sozial und digital, aber auf Autoren ausgerichtet, ist die Plattform „100 Fans”: Auf der Crowdfunding-Plattform können Autoren ihre Buchprojekte vorstellen und sogenannte Fanpakete, entweder das Buch oder das E-Book beinhalten, zum Verkauf anbieten. Sobald ein Autor 100 Fanpakete verkauft hat, kommt sein Buch als professionell lektoriertes und gedrucktes Buch und E-Book in den Handel. Die Münchner Verlagsgruppe, die hinter dem Projekt steckt, minimiert damit ihr unternehmerisches Risiko und Autoren können schnell abschätzen, wie gut ihre Idee ankommt. Allerdings könnte es hier ähnliche Probleme geben wie beim Crowdfunding von neuen Produkten: Nicht immer wird aus einer guten Idee auch ein gutes Produkt. Zudem bleibt die Kurationsfunktion der Verlage bei diesem Modell auf der Strecke. Im schlimmsten Fall bedeutet das „Masse statt Klasse”.

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